Category Archives: Essbares (Gemüse/Kräuter/Früchte)

Tomatensorte: Evergreen

Evergreen ist eine, wie schon der Name vermuten lässt, grüne Fleischtomate.  Die Samen hat mir Henry vor längerer Zeit mal zukommen lassen. Wie oft habe ich die Sorte sowohl ungeschützt im Freiland als auch etwas geschützt an der südseitigen Hauswand in Töpfen gezogen.

Die Evergreen wird etwas über zwei Meter hoch und hat reichlich Fruchtansatz. EvG_01wzSie ist keine von den ganz frühen Sorten, aber auch keine, die sehr spät erst erntereife Paradeiser bekommt.

Die Früchte sind im reifen Zustand gelb-grün geflammt. EvG_02wzDas Fruchtfleisch schimmert in verschiedenen grün-weiß-Tönen.

EvG_03wzEinen erheblichen Nachteil haben die Evergreen-Früchte: Sie platzen sehr, sehr leicht auf, auch die, die geschützt unter dem Dachvorsprung standen. Schale und Fruchtfleisch sind sehr weich und wenn man sie nur ein klein wenig zu spät erntet, schmecken sie fade und mehlig. Erwischt man den perfekten Erntezeitpunkt, ist ihr Geschmack säuerlich-erfrischend.EvG_04wzDie allermeisten Früchte sind flachrund, schwach gerippt und haben (bei mir) einen Durchmesser von 7 – 8 cm bei einer Höhe von ca. 6 cm.

EvG_05wzAlles in allem eine Tomate, die relativ lange gesund bleibt, viel Ertrag bringt, mit Früchten in einem sensationellen grünen Frarbton. Eine Augenweide in jedem Salat! Die vielen aufgeplatzen Früchte jedoch haben mir nicht so gefallen. Somit ist die Evergreen nicht unter meinen Favoriten zu finden, aber alle paar Jahre werde ich sie bestimmt anbauen, damit ich immer keimfähige Samen davon habe.

Baumspinat (Chenopodium giganteum)

Der Baumspinat (Chenopodium giganteum), ein Gänsefußgewächs, ist auch unter dem Namen Magentaspreen zu finden. Oft wird er mit Fagopyrum cymosum verwechselt, dem Wilden Buchweizen, der ebenfalls den Beinamen Baumspinat führt.

Wer einmal Chenopodium giganteum gesehen hat,  erkennt schnell, dass Magentaspreen dafür eine sehr treffende Bezeichnung ist. MSp_01wzAlle jungen Triebe und Seitentriebe sind wunderschön magentafarben und so macht er auch in einem Staudenbeet eine gute Figur.

MSp_03wzMittlerweile ist Magentaspreen ein recht bekanntes Spinatgemüse. Als ich jedoch mit dem Gärtnern anfing, kannte ihn noch kaum jemand und ich fand wenig Informationen darüber. Die ersten Samen habe ich mir vor vielen Jahren beim Samenarchiv von Gerhard Bohl bestellt. Anfangs ging ich recht blauäugig zu Gange und habe zwei Reihen Baumspinat in den Gemüsegarten gesät. Das war unnötig, so viel konnten wir nicht davon essen! Denn, wie der lateinische Name schon sagt, der Baumspinat wird gigantisch groß. Wenn es ihm gefällt, er mag gut mit Nährstoffen versorgte Böden in sonniger Lage, wächst er ganz locker über 2,5 m in die Höhe und bekommt sehr kräftige Stängel und viele Seitentriebe. Ist es ihm zu trocken oder zu schattig, bleibt er deutlich kleiner, wächst aber auch noch gut über einen Meter hoch.

Zuhause ist der Baumspinat in Indien, wo er ein bekanntes Spinatgemüse ist. Wir verwenden ihn ebenfalls gedünstet in diversen Gerichten. Die ganz jungen Blätter lassen sich aber auch als Salatbeigabe verwenden.

Geerntet werden die jungen Triebspitzen bzw. die einzelnen Blätter, die recht groß werden können.MSp_04wz Die Blätter sehen aus, als wären sie ganz leicht mit Mehl bestäubt, wie in der Vergrößerung des folgenden Bildes gut zu erkennen ist.

MSp_xxwz Magentaspreen ist einjährig und kann ab März ausgesät werden. Er verbreitet sich sehr, sehr eifrig durch Selbstaussaat, was ich im ersten Jahr völlig unterschätzt habe. Ich mag ja Pflanzen, die sich selber aussäen, das spart Arbeit und sie suchen sich meist einen Platz, an dem sie besonders gut gedeihen. Dem Baumspinat hat es aber überall so gut gefallen, dass wir im zweiten Jahr wahre Plantagen in allen möglichen Ecken des Gartens hatten und ich musste sehr viele Sämlinge auszupfen.MSp_02wzGlücklicherweise erkennt man schon die ganz jungen Sämlinge – wesentlich jünger als auf dem obigen Bild – recht gut an ihrem magentafarbenen Austrieb.

Jetzt lasse ich die Samenstände nicht mehr alle ausreifen, sondern nur noch an der kräftigsten Pflanze – sofern ich nicht wieder nachlässig werde…

MSp_05wzLeider habe ich kein Foto vom ausgewachsenen Baumspinat gemacht, auf dem man die beeindruckende Größe erkennen kann und die sehr dekorativen, längs verlaufenden, farbigen Streifen der Stängel sieht. Ich trockne sie oft und verwende sie als leichte Staudenstützen, da ich sie fast zu schade finde, um sie einfach auf dem Kompost verrotten zu lassen.

Tomatensorten: Yellow Canary

Die Yellow Canary ist eine sehr kleinwüchsige und hübsche Buschtomate.

YC_02wzVon einer kleinen Pflanze kann man natürlich auch keine allzu großen Früchte erwarten: So sind die runden, gelben Früchte in etwas so groß wie eine Ein-Euro-Münze. Vom Ansatz her sind die meisten reifen Früchte etwas dunkler, ins dezent Bräunliche gehend, geflammt.

YC_01wzÜber 20 bis 25 cm Höhe kommt die Yellow Canary nicht hinaus. Sie wächst erst sehr gedrungen und aufrecht und ähnelt wie die Minibel einem kleinen Bäumchen.

YC_03wzWenn schon viel Fruchtansatz an der Pflanze ist, kippt sie – wohl aufgrund des Gewichts – recht gerne zur Seite. Und so schieben sich dann mehrere Triebe in die Höhe und die Pflanze wird insgesamt bis zum Saisonende hin immer breiter.

YC_06wzIhre Früchte versteckt sie gerne unter dem dicht wachsenden Blattwerk. YC_04wzMan muss schon genau schauen, um alle zu finden.YC_05wzAusgeizen muss man sie nicht. Ich entferne aber ab und zu einige der Deckblätter, damit an die versteckten Früchte mehr Sonne kommt.

Ihre Vorteile liegen ganz klar nicht im Geschmack. Der ist recht durchschnittlich “tomatig”, nicht schlecht, aber auch nicht umwerfend. Aber die Yellow Canary ist sehr, sehr genügsan. Ich würde sagen, von all den kleinwüchsigen Tomaten bzw. Ampeltomaten, die ich in unseren Terrassenkisterln ziehe, ist sie diejenige, die mit dem engsten Raum auskommt. Ihre Schale eher fest, was zur Folge hat, dass die Früchte auch bei extremen Wetterwechseln nicht aufplatzen. Von der Braunfäule zeigt sie sich in den meisten Jahren recht unbeeindruckt. Somit ist sie trotz des durchschnittlichen Geschmacks zu empfehlen!

YC_07wzTrotz ihres Zwergenwuchses beeindruckt sie mit einem üppigen Fruchtansatz und trägt unermüdlich bis zum Frost. Die reifen Früchte sind auch nach der Ernte relativ lange lagerfähig.

Tja, man sollte die Kleinen eben nicht unterschätzen!

Tomatenplanung 2016

Ich musste tragischerweise feststellen: Der Garten ist wieder nicht gewachsen!

Während die Tomatensorten sich in ihren Aufbewahrungsboxen auf nahezu wundersame Weise vermehren, bleibt das Platzangebot für die paradiesischen Früchte immer gleich groß. So steigt meine Bedrängnis Jahr für Jahr, wenn es zum entscheidenden Auswahlverfahren kommt: Wer darf ans Licht und an die Luft in dieser Saison?

2016-03-12wz

Striped Roman – etwas aus der Art geschlagen

Dieses Jahr ließ ich einfach mein Gefühl entscheiden und habe vor zwei Wochen schon die Ampeltomaten ausgesät. Nachdem sie nun alle mehr oder weniger brav geschlüpft sind und neugierig aus dem Fenster schauen, ist heute der große Rest der Tomaten für dieses Jahr in die Erde gewandert.

Letztendlich habe ich folgende Sorten für das Gartenjahr 2016 ausgewählt:

Ampeltomaten
Ampeltomate rosa
Gelbe Johannisbeertomate
Green Sausage
Himbeerrose
Minibel
Sweet Pea
Tumbling Tom Red
Tumbling Tom Yellow
Yellow Canary

Stab-/Fleisch- und Cocktailtomaten
Ananas
Anna Russian
Berner Rosen
Black Cherry
Blondköpfchen
Blueberry
De Berao black
Die kleinen Mohren
Gary Ibsen’s Gold
German Gold
Goldita
Greenwich
Indigo Rose
Isis Candy
Lämpchen
Mallorquinische Hängetomate
Mexikanische Honigtomate
Montfavet F1
Moskovskij Delikates
Negra de la Puebla
Noire de Russe
Ochsenherz orange
Ranktomate von Carnica
Roma
Schlesische Himbeere
Striped Roman
Striped Turkish
Sun Drop
Tangella
Tigerella
Togo Trefle
Valencia
Weißer Pfirsich
White Queen
Zahnradtomate

Zum allerersten Mal ist auch eine F1-Hybride unter den ausgewählten Sorten. Ich habe diese Samen geschenkt bekommen und einige Jahre gezögert, sie anzubauen. Nun siegt doch die Neugier. Angeblich ist sie “resistent” gegen Braunfäule und alle möglichen anderen Tomatenkrankheiten. Mal schauen, ob das stimmt! (Ich glaube, ehrlich gesagt, nicht daran.)

Habt ihr schon eure Tomatenauswahl getroffen?

Tomatensorten: Gary Ibsen’s Gold

Die Sorte hat eine interessante Geschichte: Sie wurde 40 Jahre lang von einem Farmer in West Virginia gezogen, der sie seinerseits von seinem Onkel bekommen hatte. Dann sandte der Farmer einige Samen an den Züchter Gary Ibsen, der diese schöne Sorte weiter vermehrte. Ibsen war nach ein paar Jahren so begeistert von dieser Paradeisersorte, dass er meinte, das sei “my kind of gold”. Seine Frau schlug dann vor, die bis dahin unbenante Sorte Gary Ibsen’s Gold zu nennen. (Quelle: tomatofest)

GIG_05wzDie gold-orange leuchtenden Früchte dieser Fleischtomate sind nur schwach gerippt und haben einen Durchmesser zwischen 4 – 9 cm bei einer Höhe von durchschnittlich 5 cm.

GIG_01wzMansche wachsen ein wenig unförmig.GIG_02wzDie Pflanzen werden ca. 2 m hoch und sind bei mir nicht ganz so gesund wie manch andere Fleischtomaten. Bei Anzeichen von Braunfäule habe ich die befallenen Blätter entfernt, die Pflanzen sind weitergewachsen und haben zum Glück auch noch getragen. Meiner Erfahrung nach trät die Gary Ibsen’s Gold eher spät. Daher fällt der Ertrag nicht allzu groß aus.

Reife Früchte sind sehr cremig und saftig und äußerst aromatisch. Geeignet für Salate, für Tomaten mit Mozzarella und auch sehr gut in feinen Soßen oder als cremige Tomatensuppe. Das ergibt auch eine wunderschöne Farbe im Teller!

GIG_03wz Ein weiterer Nachteil neben der späten Reife: Die Tomaten platzen recht leicht auf. Bei mir sind auch die Früchte in den geschützter stehenden Töpfen an der südseitigen Hauswand fast alle aufgeplatzt.  GIG_04wzDer Geschmack macht die Nachteile wett: Das Warten auf diese reifen Paradeiser lohnt sich!