Tomatensorten: Valencia

Der Sorte Valencia stehe ich gespalten gegenüber. Letztes Jahr habe ich sie zum dritten Mal angebaut, mit unterschiedlichen Erfahrungen in den einzelnen Jahren.

Valencia ist eine Fleischtomate in leuchtendem Orange. Die Früchte sind recht unterschiedlich. Die meisten eher rund, manche aber auch länglicher, einige etwas abgeplattet. Die Früchte sind recht groß, die größten erreichten bei mir ein Gewicht um die 500 g.
Die Samen habe ich von Reinsaat bezogen. Ursprünglich stammt die Sorte aus Nordamerika.

Der Geschmack der Valencia-Tomaten ist unvergleichlich: Ganz fein, fleischig, süßlich, von einer ungewöhnlichen Konsistenz.

Tomate_Valencia1wzIm ersten Jahr habe ich drei Pflanzen der Valencia in den Gemüsegarten, das heißt bei mir immer ungeschützt, gepflanzt. Sie haben wie verrückt getragen, sind enorm hoch geworden. Bei 2,5 m musste ich sie mangels Stützmöglichkeiten kappen. Den ganzen August hindurch konnte ich reife köstliche Valencias ernten. In der ersten Septemberwoche, nach einer Regenphase, bekam sie Braunfäulebefall und ich musste alle drei Pflanzen von einen auf den anderen Tag roden. Sie waren nicht mehr zu retten.

Im Jahr darauf pflanzte ich zwei Exemplare in große Kübel. Sie bekamen aufgrund des außergewöhnlichen Geschmacks einen Logenplatz auf der überdachten Terrasse. Wieder wuchsen sie enorm in die Höhe, setzten viele Früchte an, litten aber an Blütenendfäule. Durch Gaben von Gesteinsmehl und Kalk bekam ich das halbwegs in den Griff, doch ich verlor viele Früchte. Auch die Braunfäule kam über sie, trotz der Überdachung heftiger als bei anderen Sorten.

Nachdem die Valencia zwei Jahre herumgezickt hat, wollte ich sie abhaken. Aber meine Geschmacksknospen verlangten zumindest nach einer Pflanze. Die kam heuer an die Hauswand vor dem Wohnzimmer in einen großen Kübel und hielt fast bis zum ersten Frost durch. Zwar befiel sie auch wieder die Braunfäule recht heftig, aber sie trug trotzdem halbwegs weiter. Von Blütenendfäule war letztes Jahr – vielleicht aufgrund der Gesteinsmehl- und Kalkgaben von Anfang an – keine Spur. Der Ertrag war zwar nicht besonders ergiebig, aber für einige Soßen aus dieser geschmacklich wunderbaren Sorte hat es glücklicherweise gereicht.

Fazit: Dieser Sorte kann ich aufgrund des außergewöhnlich guten Geschmacks einfach nicht widerstehen, obwohl sie meiner Erfahrung nach sehr krankheitsanfällig ist. Also werde ich auch in diesem Jahr wieder zwei Valencias in Kübel pflanzen und besonders hätscheln.

14 Kommentare zu “Tomatensorten: Valencia

  1. Trudi

    Ich habe die Valencia auch und bei mir hat sie nicht extrem viel getragen,jedoch waren die reifen Früchte senhr aromatisch und gut.Allerdings bekamen sie wie etliche andere Sorten Sonnenbrandschäden. Blütenendfäule hatte diese nicht aber dafür andere.Die Brausetablette im 10 Liter Kanne hat auch bei den anderen gut und schnell geholfen.Trudi

  2. Margit

    @ Elke: Ich habe den Guten Heinrich direkt ins Beet gesät, so Anfang/Mitte April, wenn ich mich recht erinnere. Hat gut funktioniert. Natürlich kannst du ihn aber auch jetzt schon im Haus vorziehen. Zum Keimen etwas wärmer stellen, wenn die Sämlinge sichtbar sind, etwas kühler, aber sehr hell stellen, damit die Pflanzen nicht vergeilen. Dann kannst du im Frühling schon die kleinen Heinriche auspflanzen.

  3. Britta

    Liebe Margit, her mit den Tomaten, die sehen soo lecker aus und ich wünsche mir den Sommer bei, damit ich auch wieder von unseren leckeren Gewächsen naschen kann.

    Ganz liebe Grüße Britta

  4. Elke / Miyelo

    Ist schon klasse, was man bei dir alles noch lernen kann. Ich weiß schon, dass Tomate nicht gleich Tomate ist, aber dass es Früchte gibt, die so gut schmecken, dass du soviel Aufwand in Kauf nimmst, das wusste ich nicht. —
    Ich habe eine Frage: die Samen vom Grünen Heinrich – ziehst du die im Haus vor oder gleich in den Garten und wann???
    Liebe Grüße aus Frankfurt
    Elke

  5. Jutta

    Liebe Margit
    Ich kann der Fleischtomate auch nicht widerstehen. Bei mir bekamen sie auch in den letzten Wochen die Braunfäule, aber im letzten Jahr waren sie komplett überdacht und das tat ihnen gut.Sie sind sehr anfällig für Krankheiten.
    LG Jutta

  6. Brigitte

    Liebe Margit,
    recht herzlichen Dank wieder für diesen informativen Bericht, der ja für mich sehr hilfreich sein wird. Eine gute Restwoche für dich mit lieben Grüßen, Brigitte

  7. Ulinne

    Moin Margit,
    na, wenn die so schmackhaft ist, wird mein Michi ihr wohl nicht widerstehen können. Der steht ja auf Fleischtomaten. Aber wenn ich von der Krankheitsanfälligkeit höre, bin ich da auch zwiegespalten.
    Da ich schon länger nicht mehr selbst anziehe, sondern die Pflanzen hier bei uns um die Ecke in einer Bio-Gärtnerei kaufe (pure Faulheit *g*), werde ich dort mal danach fragen …
    Liebe Grüße
    Ulrike

  8. Margit

    @ Wurzerl: Ja, die Valencia hätschle ich wirklich gerne, allein schon um das Geschrei meiner Geschmacksnerven unter Kontrolle zu bekommen;)

    @ Heidi: Na dann – auf zu mir! Ein schönes Plätzchen lässt sich allemal finden;)
    Ja, bis wir wieder Tomaten aus dem eigenen Garten essen können, dauert’s noch lange. Aber inzwischen erfreue ich mich noch an den vielen eingekochten und getrockneten.

    @ Barbara: Bei Blütenendfäule färben sich die Tomaten an der Spitze braun, anfänglich nur an einer kleinen Stelle, diese kann sich aber schnell weiter ausdehnen. Angeblich hervorgerufen durch eine Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen wie Kalzium. Besonders anfällig sind längliche Sorten, aber auch andere erkranken daran. Große Trockenheit oder unregelmäßige Wasserversorung begünstigen dieses Schadbild ebenfalls.
    Ich beuge bei anfälligen Sorten mittlerweile immer mit häufigeren Gesteinsmehl- und Düngekalkgaben vor und achte noch mehr darauf, dass diese Pflanzen immer gut versorgt sind.

    @ Astrantia: Danke! Das Bohnen-Tipi steht nicht in einem Topf, die Stangen stecken direkt in der Erde. Ich werde im Frühling mal ein “nacktes” Tipi hier im Blog zeigen.
    Die Erde in den Töpfen, in denen ich Tomaten, Chilis und Paprikas ziehe, ist zur Hälfte ganz normale Gartenerde gemischt mit einer Hälfte Kompost. Oft gebe ich als Langzeitdünger noch Hornspäne und Gesteinsmehl mit dazu. Das reicht dann meist für die ganze Saison aus an Dünger. Die Töpfe sind recht groß, sodass bei einer Tomate meist noch eine kleinere Tomaten- oder Chilipflanze dazugepflanzt werden kann. Zusätzlichen Dünger gibt’s während der Saison dann nur mehr in Form von Mulchauflagen.
    Kleines Ochsenherz? Noch nie gehört! Aber bei der Vielfalt an Sorten kein Wunder.
    Ja, die Tomaten säe ich immer selber aus. Vorher kommt immer wochenlang die Qual der Wahl…

    Liebe Grüße & danke wieder mal für eure netten und interessierten Kommentare, Margit

  9. Astrantia

    Hallo Margit, habe mich mal quer durch deinen gartenblog gelesen. Manche Bilder kommen mir sehr bekannt vor, sie hätten auch in meinem Garten entstehen können. Ganz große Klasse fand ich das Bohnen-Tipi mit den grünen “Spaghetti”. Ganz tolle Idee. Ich habe das doch richtig gesehen, das Tipi steht doch in einem großen Topf, oder. Vielleicht hast du es ja schon irgendwo mal beschrieben, aber welche Erdmischung nimmst du denn für die Töpfe.
    Ansonsten tolle Tomatenberichte. Einige Sorten habe ich selbst auch schon im Garten. mein Favorit im letzten Jahr war: Petit Caeur de beuf, oder kleines Ochsenherz.
    Sähst du die Tomaten selbst aus?
    Gruß Astrantia.

  10. Barbara

    Mmm, wieder eine “gluschtigi” (so sagen wir für lecker) Sorte, die dich eigentlich für all deine fürsorgliche Pflege reichlich entlohnen sollte. Wie zeigt sich das Schadbild der Braunendfäule?
    Liebe Grüsse,
    Barbara

  11. HaBseligkeiten

    …wenn ich Deinen Post so lese, wär ich gerne eine Tomate in Deinem Garten :).
    Ich hab jetzt Lust auf Sommer und Sonne und einen feinen gelb-orange- roten Tomatensalat mit Basilikum und……..hmmm!!!!
    Na, bis zum Sommer dauert es noch lange, bis dahin sehe ich mich an Deinen Fotos satt,
    liebe Grüße Heidi

  12. Wurzerl

    Na, das nenne ich wahre Liebe, wenn man auch die Fehler akzeptiert und toleriert, weil es halt so schön, pardon gut ist. Ich denke auch, wenn die Geschmacksnerven hier schreien, dann kann man auch mal ein bißchen mehr hätscheln. So eine Pflanze früher zu verlieren ist weniger enttäuschend, als eine Sorte, die wie ein Weltmeister trägt und einem dabei nur beweist, daß sie hauptsächlich aus Wasser besteht.
    Lieber Gruß vom Wurzerl

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.