Category Archives: Gemüsegarten

Viele viele bunte … – Johannisbeertomaten mit Spaghetti

Johannisbeertomaten sind super! Sie schauen herrlich aus, wenn sie mit ihren langen Trieben aus Blumenampeln wallen, dicht behängt mit gelben oder roten Kugerln. Kleine Kinder lieben sie! Doch was tun die Erwachsenen damit?

In den Salat geben zum Beispiel und das Gefühl genießen, wenn sie beim Draufbeißen aufplatzen!

Oder über Spaghetti geben – ein schnelles Sommergericht.

Spaghetti mit Johannisbeertomaten

Zutaten:
Johannisbeertomaten gelb und rot
Knoblauch
Basilikum
Spaghetti
Salz
Olivenöl
Parmesan

Zubereitung:
Spaghetti in gesalzenem Wasser kochen.
Währenddessen die Johannisbeertomaten abspülen. Knoblauch hacken und in Olivenöl kurz andünsten. Johannisbeertomaten dazugeben und salzen. Manche der kleinen Kugerln zerplatzen durch die Hitze, andere erst am Gaumen beim Kauen. Wenn die Spaghetti fertig gekocht sind, das gehackte Basilikum in die Pfanne zu den Tomaten geben, einmal kurz unterrühren.
Spaghetti mit den heißen Tomaten auf den Tellern anrichten, Parmesan darüber geben, dazu ein gutes Glas Rotwein und das perfekte schnelle Sommergericht aus dem Garten genießen!

Guter Heinrich – mehrjähriger Spinat für Faule

Den Guten Heinrich kenne ich schon aus meiner Kindheit. Mein Lieblingsbuch als Volksschulkind war “Was blüht denn da?” von Dietmar Aichele. Irgendwann ist mir bei meinen Streifzügen dieses Gänsefußgewächs aufgefallen und ich habe es nachgeschlagen.

In diesem Bestimmungsbuch trägt er auch den Namen Dorf-Gänsefuß. Das sagt schon sehr viel über ihn aus. Er diente jahrhundertelang oder länger aufgrund seines hohen Gehalts an Vitaminen, Eisen und Mineralstoffen als viel verwendete Gemüsepflanze. Eigentlich ist er aber eine Wildpflanze, die die Menschen wohl aufgrund des hohen Stellenwerts für ihre Ernährung in die Gärten geholt haben.

In der freien Natur ist er heute kaum mehr anzutreffen, in den Gärten auch recht selten.Ich habe den Guten Heinrich bald nach dem Anlegen des Gemüsegartens ausgesät und seither freue ich mich jedes Jahr über eine gute Ernte. Der Gute Heinrich ist wirklich ein Guter – er hat nur Vorteile und ist perfekt für faule Gärtner und Permakultur.

Der Dorf-Gänsefuß ist mehrjährig und winterhart. Er ist alljährlich eine der ersten Pflanzen im Gemüsegarten, von der ich ernten kann. Seine Ansprüche sind nicht besonders hoch: Er bekommt im Frühling eine Düngergabe (Kompost oder Hornspäne), wird mäßig gegossen, wächst im Halbschatten und alle drei, vier Jahre pflanze ich ihn an eine andere Stelle im Gemüsegarten. Mittlerweile wächst er zu Versuchszwecken auch an einem anderen Standort im Garten, wo es sehr trocken ist und kaum gedüngt wird. Auch dort liefert er noch eine passable Ernte. Er gehört also wirklich zu den pflegeleichten Gemüsearten. Dazu ist er sehr robust, leidet so gut wie nie an irgendwelchen Krankheiten und auch die Schnecken ziehen andere Pflanzen vor.

In der Mitte der Pflanze beginnt sich der Blütentrieb zu bilden

Der Pflanzabstand sollte ungefähr 30 cm betragen, da die Pflanzen ab dem zweiten Jahr auch recht in die Breite gehen. Ungefähr ab Ende Mai beginnt der Gute Heinrich laufend Blütenstängel zu bilden, die recht hoch werden können. Die Stängel sind beblättert, eher wie lange Triebe, und tragen grüne Blüten. (Man merkt bei meinen Beschreibungen, dass ich leider keine Botanikerin bin! 🙂 ) Apropos Botanik: Sein ursprünglicher lateinischer Name Chenopodium bonus-henricus ist mittlerweile veraltet. Man findet ihn jetzt unter Blitum bonus-henricus und rechnet ihn der Gattung der Fuchsschwanzgewächse zu. Traditionell wurde er zur früher eigenständigen Familie der Gänsefußgewächse gezählt.

Die zarten Blätter des Frühlingsaustriebs mit rötlichem Rand

Verwendet wird der Gute Heinrich wie Spinat. Die ganz jungen Blätter kann man auch roh in den Salat oder Smoothie geben. Die älteren, fast dreieckig anmutenden Blätter sollte man kurz blanchieren, da sie sehr viel Oxalsäure enthalten. Beim Ernten muss man aufpassen, wie ich kürzlich wieder einmal feststellen musste: Obwohl die Blätter eine feste Struktur haben, welken sie sehr rasch. Also sollten sie zügig verarbeitet werden.

Ich mag den Dorf-Gänsefuß auch deshalb lieber als Spinat, weil er eben eine relativ feste Struktur hat und man beim Essen im Gegensatz zu Spinat das Gefühl hat, etwas “zwischen den Zähnen” zu haben. Die Blätter selber haben relativ lange Stängel, die ich immer mitverarbeite und die dem Essen auch etwas zusätzlichen Biss verleihen. Ebenso verhält es sich mit den Blütentrieben bzw. den Samenständen. Diese ernte ich oft mit und verarbeite sie samt der Blätter.

Geschmacklich scheint mir der Gute Heinrich etwas würziger und intensiver zu sein als Spinat.

Wer jetzt Lust auf den Guten Heinrich bekommen hat: Haltet euch nicht zurück, sät ihn in eure Gärten! Er ist eine lohnende Gemüsepflanze, die nicht viel Aufmerksamkeit braucht und dennoch alljährlich zuverlässig gute Ernten bringt. Einzig am Anfang muss man etwas Geduld haben: Die Pflanzen liefern erst ab dem zweiten Jahr wirklich Blattmasse. Lässt man den Guten Heinrich versamen, findet man ihn in allen möglichen Ecken des Gartens und kann Nachbarn und Gartenfreunde mit dieser praktischen “Spinatpflanze” für Faule beschenken!

Schnäppchenjäger aufgepasst: Farfalle mit Löwenzahn

Auf Schnäppchenjagd zu sein, ist für manche ja quasi Lebensinhalt heutzutage. Warum nicht mal im eigenen Rasen auf Schnäppchenjagd gehen? Die Gratiszutat für ein köstliches Essen, noch dazu mit einer schier unglaublichen Menge an gesunden Inhaltsstoffen, wartet dort auf euch! Aber nur dann, wenn ihr den Rasen Wiese sein lässt.

Hier ein Rezept mit dem wunderbaren Löwenzahn, der in unserem Garten herzlich willkommen ist:

Farfalle mit Löwenzahn

Zutaten:
Farfalle
Löwenzahnblätter (Viele! Sie fallen beim Kochen sehr zusammen.)
eine große Zwiebel
Weißwein
Schlagobers
Creme fraiche
Salz
Pfeffer
geriebener Parmesan
Olivenöl
Gemüsebrühe

Zubereitung:
Die Farfalle bissfest kochen.
Die Löwenzahnblätter waschen und anschließend in ca. 2 cm dünne Streifen schneiden.
Die Zwiebel fein würfeln und in Olivenöl glasig andünsten. Mit Gemüsebrühe und ein wenig Weißwein aufgießen. Sanft köcheln lassen. Schlagobers und Creme fraiche unterrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Eine Minute vor Ende der Kochzeit die geschnittenen Löwenzahnblätter in den Topf zu den Farfalle geben. Abseihen und auf die Teller geben.
Das Farfalle-Löwenzahn-Gemisch mit der Soße anrichten und mit Parmesan bestreuen.

Entweder als Solo-Gericht genießen oder als Beilage zum Beispiel zu gebratenem Hühnerfilet.

Mehr zum Löwenzahn:
Löwenzahn-Honig
Löwenzahnsalat

Löwenzahnsalat – liebe deinen Feind!

Wie so oft sollte man auch beim Löwenzahn umdenken: Nicht hassen, ausstechen, totspritzen. Liebe deinen Feind! Die klassischen Rasenbesitzer, die regelmäßig auf Löwenzahnjagd gehen, wissen gar nicht, was ihnen entgeht! Rein kulinarisch.

In meinem Gemüsegarten und in manchen Staudenbeeten lasse ich einige Löwenzahnpflanzen absichtlich stehen – im Rasen, der mehr einer Wiese gleicht – darf sowieso wachsen, was will. An der Nordseite des Hauses habe ich eine regelrechte Löwenzahnplantage.

Der Löwenzahn wird eine schöne, kräftige Pflanze, wenn man ihm die Chance dazu gibt und ihn nicht dauernd abmäht.

Löwenzahn, der sich entwickeln konnte – Größenvergleich

Warum also nicht das nutzen, was sowieso wächst? Es ist widersinnig, Löwenzahn zu vernichten, dafür aber leicht bittere Salate wie zB die immer beliebteren Catalogna-Sorten anzubauen. Also Arbeit sparen, Ärger sparen: Löwenzahn essen!

Löwenzahn am Rande eines Gemüsebeetes

In diesem Frühling haben wir schon viel Löwenzahn gegessen. Am liebsten im Erdäpfelsalat, als Beilage zum Beispiel zu Fisch oder, wenn es deftiger sein darf, zu faschierten Laibchen.

Löwenzahn-Salat

Zutaten:
kräftige Löwenzahnblätter
speckige Erdäpfel
Kürbiskernöl
Weißweinessig
Salz

Zubereitung:
Erdäpfel kochen. Währenddessen Löwenzahnblätter pflücken, waschen und in ca. 1 cm breite Streifen schneiden. Wer den bitteren Geschmack in Salaten weniger liebt, kann die geschnittenen Löwenzahnblätter kurz in ein wenig kaltem Wasser liegen lassen. Aber dadurch geht auch viel vom gesundheitlichen Wert verloren. Ist Abwägungs- und Geschmackssache. Bitterstoffe nehmen wir heutzutage sowieso viel zu wenige zu uns.
Die gekochten Erdäpfel blättrig schneiden, auskühlen lassen.
Dann eine Marinade aus Kürbiskernöl, Weißweinessig und Salz zubereiten und über die geschnittenen Erdäpfel geben. Die geschnittenen Löwenzahnblätter untermischen.

Passt ausgezeichnet zu Fisch oder zu gebratenem Fleisch.

Leber und Galle sagen danke!

Mehr zum Löwenzahn:
Löwenzahn-Honig

Tomatensorte: Evergreen

Evergreen ist eine, wie schon der Name vermuten lässt, grüne Fleischtomate.  Die Samen hat mir Henry vor längerer Zeit mal zukommen lassen. Wie oft habe ich die Sorte sowohl ungeschützt im Freiland als auch etwas geschützt an der südseitigen Hauswand in Töpfen gezogen.

Die Evergreen wird etwas über zwei Meter hoch und hat reichlich Fruchtansatz. EvG_01wzSie ist keine von den ganz frühen Sorten, aber auch keine, die sehr spät erst erntereife Paradeiser bekommt.

Die Früchte sind im reifen Zustand gelb-grün geflammt. EvG_02wzDas Fruchtfleisch schimmert in verschiedenen grün-weiß-Tönen.

EvG_03wzEinen erheblichen Nachteil haben die Evergreen-Früchte: Sie platzen sehr, sehr leicht auf, auch die, die geschützt unter dem Dachvorsprung standen. Schale und Fruchtfleisch sind sehr weich und wenn man sie nur ein klein wenig zu spät erntet, schmecken sie fade und mehlig. Erwischt man den perfekten Erntezeitpunkt, ist ihr Geschmack säuerlich-erfrischend.EvG_04wzDie allermeisten Früchte sind flachrund, schwach gerippt und haben (bei mir) einen Durchmesser von 7 – 8 cm bei einer Höhe von ca. 6 cm.

EvG_05wzAlles in allem eine Tomate, die relativ lange gesund bleibt, viel Ertrag bringt, mit Früchten in einem sensationellen grünen Frarbton. Eine Augenweide in jedem Salat! Die vielen aufgeplatzen Früchte jedoch haben mir nicht so gefallen. Somit ist die Evergreen nicht unter meinen Favoriten zu finden, aber alle paar Jahre werde ich sie bestimmt anbauen, damit ich immer keimfähige Samen davon habe.