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Tomatenplanung 2016

Ich musste tragischerweise feststellen: Der Garten ist wieder nicht gewachsen!

Während die Tomatensorten sich in ihren Aufbewahrungsboxen auf nahezu wundersame Weise vermehren, bleibt das Platzangebot für die paradiesischen Früchte immer gleich groß. So steigt meine Bedrängnis Jahr für Jahr, wenn es zum entscheidenden Auswahlverfahren kommt: Wer darf ans Licht und an die Luft in dieser Saison?

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Striped Roman – etwas aus der Art geschlagen

Dieses Jahr ließ ich einfach mein Gefühl entscheiden und habe vor zwei Wochen schon die Ampeltomaten ausgesät. Nachdem sie nun alle mehr oder weniger brav geschlüpft sind und neugierig aus dem Fenster schauen, ist heute der große Rest der Tomaten für dieses Jahr in die Erde gewandert.

Letztendlich habe ich folgende Sorten für das Gartenjahr 2016 ausgewählt:

Ampeltomaten
Ampeltomate rosa
Gelbe Johannisbeertomate
Green Sausage
Himbeerrose
Minibel
Sweet Pea
Tumbling Tom Red
Tumbling Tom Yellow
Yellow Canary

Stab-/Fleisch- und Cocktailtomaten
Ananas
Anna Russian
Berner Rosen
Black Cherry
Blondköpfchen
Blueberry
De Berao black
Die kleinen Mohren
Gary Ibsen’s Gold
German Gold
Goldita
Greenwich
Indigo Rose
Isis Candy
Lämpchen
Mallorquinische Hängetomate
Mexikanische Honigtomate
Montfavet F1
Moskovskij Delikates
Negra de la Puebla
Noire de Russe
Ochsenherz orange
Ranktomate von Carnica
Roma
Schlesische Himbeere
Striped Roman
Striped Turkish
Sun Drop
Tangella
Tigerella
Togo Trefle
Valencia
Weißer Pfirsich
White Queen
Zahnradtomate

Zum allerersten Mal ist auch eine F1-Hybride unter den ausgewählten Sorten. Ich habe diese Samen geschenkt bekommen und einige Jahre gezögert, sie anzubauen. Nun siegt doch die Neugier. Angeblich ist sie “resistent” gegen Braunfäule und alle möglichen anderen Tomatenkrankheiten. Mal schauen, ob das stimmt! (Ich glaube, ehrlich gesagt, nicht daran.)

Habt ihr schon eure Tomatenauswahl getroffen?

Tomatensorten: Gary Ibsen’s Gold

Die Sorte hat eine interessante Geschichte: Sie wurde 40 Jahre lang von einem Farmer in West Virginia gezogen, der sie seinerseits von seinem Onkel bekommen hatte. Dann sandte der Farmer einige Samen an den Züchter Gary Ibsen, der diese schöne Sorte weiter vermehrte. Ibsen war nach ein paar Jahren so begeistert von dieser Paradeisersorte, dass er meinte, das sei “my kind of gold”. Seine Frau schlug dann vor, die bis dahin unbenante Sorte Gary Ibsen’s Gold zu nennen. (Quelle: tomatofest)

GIG_05wzDie gold-orange leuchtenden Früchte dieser Fleischtomate sind nur schwach gerippt und haben einen Durchmesser zwischen 4 – 9 cm bei einer Höhe von durchschnittlich 5 cm.

GIG_01wzMansche wachsen ein wenig unförmig.GIG_02wzDie Pflanzen werden ca. 2 m hoch und sind bei mir nicht ganz so gesund wie manch andere Fleischtomaten. Bei Anzeichen von Braunfäule habe ich die befallenen Blätter entfernt, die Pflanzen sind weitergewachsen und haben zum Glück auch noch getragen. Meiner Erfahrung nach trät die Gary Ibsen’s Gold eher spät. Daher fällt der Ertrag nicht allzu groß aus.

Reife Früchte sind sehr cremig und saftig und äußerst aromatisch. Geeignet für Salate, für Tomaten mit Mozzarella und auch sehr gut in feinen Soßen oder als cremige Tomatensuppe. Das ergibt auch eine wunderschöne Farbe im Teller!

GIG_03wz Ein weiterer Nachteil neben der späten Reife: Die Tomaten platzen recht leicht auf. Bei mir sind auch die Früchte in den geschützter stehenden Töpfen an der südseitigen Hauswand fast alle aufgeplatzt.  GIG_04wzDer Geschmack macht die Nachteile wett: Das Warten auf diese reifen Paradeiser lohnt sich!

Tomatenjahr 2015

Man müsste meinen, das Jahr 2015 war sensationell für Tomaten: heiß, trocken – und das über viele, viele Wochen.

Ganz so war es leider nicht.Im Frühling wuchsen sie gut heran, bekamen kräftige Stängel und durften die meiste Zeit schon an der frischen Luft verbringen.

2015-12-01_03wzSchon Mitte Mai zeigten sich die ersten Früchte an den kleinwüchsigen Sorten wie zB Himbeerrose, Johannisbeertomaten oder auch Minibel. So kamen wir schon recht früh in den Genuss sonnengereifter Tomaten.

2015-12-01_01wzDie Pflanzen wuchsen prächtig und eine reiche Ernte zeichnete sich ab.

2015-12-01_05wzBis die große HItzewelle kam: Wochenlang hatte es Temperaturen um die 38 Grad. Lähmend. Die Tomatenpflanzen auf der überdachten Terrasse mussten noch mehr ertragen, da sich dort die Hitze gestaut hat. Die Blüten sind abgefallen, die Blätter verbrannt, die Pflanzen waren sehr mitgenommen. Nicht viel besser ist es den Tomatenpflanzen an der Südseite der weißen Hauswand ergangen. Normalerweise lieben sie die gespeicherte Hitze im Rücken. Dieses Jahr war es scheinbar zu viel: Einige Pflanzen gingen ein und viele Früchte bekamen einen fürchterlichen Sonnenbrand. Ja, nicht lachen! Auch Tomaten haben empfindliche Haut und bekommen braune, verbrannte Stellen, wenn sie zu lange zu großer Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Im Gegensatz zu uns Menschen, können sie sich aber nicht mit Sonnencreme dagegen schützen.

Wesentlich besser erging es den frei im Gemüsegarten ausgepflanzten Paradeiserstauden. Sie schienen mit der Hitze recht gut zurecht zu kommen.

Nachdem alljährlich um die 75 Tomatenpflanzen hier im Garten leben, konnte ich mich über einen Mangel an roten, gelben, orangen, braunen, grünen, schwarzen und gestreiften Früchten trotzdem nicht beklagen. Trotz üppiger Tomatenschlemmereien wanderten auch um die 30 Gläser Tomatensoße und einge Gläser Letschobasis in den Vorratskeller.

2015-12-01_02wzWie immer Gold wert waren die Tomaten in den Terrassenkisterln. Sie trugen früh, überaus viel und die meisten haben die lange Hitzeperiode ganz gut überstanden.

2015-12-01_06wzWas nun aus diesem Sommer lernen?
Im Zuge des im Gange befindlichen Klimawandels sollte ich vielleicht mehr andere Standplätze für Paradeiser in Betracht ziehen. So gediehen interessanterweise die beiden Moskosvkij Delikates-Pflanzen an der Nordseite unseres Grundstücks mit sehr viel Schatten wesentlich besser. Vielleicht sollte ich auch auf der sich sehr erhitzenden Terrasse überhaupt keine Paradeiser mehr anbauen? Nein, das werde ich nicht machen. Zu schön sieht es aus, wenn einem die Tomaten wie Weintrauben von oben in den Mund wachsen!

2015-12-01_07wzAber ich werde andenken, auf der Terrasse und vor den Südwänden in ein paar Töpfen versuchsweise etwas anderes zu pflanzen. Vielleicht Spaghettibohnen oder Malabarspinat, einfach mal zum Ausprobieren.

2015-12-01_04wzÜbrigens haben auch die Chili- und Paprikapflanzen während der langen Hitzewelle die sehr, sehr viele Blüten abgeworfen.

Als es dann kühler wurde und die Pflanzen sich langsam zu erholen begannen, bekamen sie noch einmal einen regelrechten Wachstumsschub. Leider aber kam dann Anfang Oktober für genau zwei Nächte Frost, sodass ihre Anstrengungen vergebens waren.

Welche Erfahrungen habt ihr mit der großen Hitzewelle in Bezug auf Tomaten gemacht?

Vor die Tür gesetzt

habe ich in den letzten beiden Tagen die ersten Paradeiser, Chilis und Paprikas.

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In jedem Topf dürfen je eine Tomate und eine Chili oder Paprika Platz nehmen.

Zwar bin ich erkältet und habe keine Stimme, aber das Auspflanzen ist keine anstrengende Arbeit, sobald die Töpfe einmal vorbereitet sind. Und das habe ich schon in den letzten Wochen sukzessive getan.

Die Wetterprognose ist so gut, dass ich die geschützt auf der Terrasse oder vor Hauswänden stehenden Pflanzen endlich ins Freie entlassen konnte. Nur einmal noch soll die Temperatur nachts auf 9 Grad runtergehen. Das halten die jungen Erwachsenen spielend aus, wo sie doch schon wochenlang auf ihr Leben in der großen Welt vorbereitet wurden.

2015-05-06_03wzDie ungeschützt im Gemüsegarten wachsenden Tomaten müssen noch warten, bis der angekündigte Regen vorüber ist, dann beginnt auch für sie der Ernst des Lebens.

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Vor den Töpfen all die Pflanzen, die in ihren Anzuchttöpfchen noch immer auf die große Freiheit warten.

Zum Auspflanzen der Tomaten habe ich vor einigen Jahren schon einmal einige Tipps gegeben, nachzulesen im Beitrag “Der Geschmack der Freiheit“.

Ich hoffe nun, die Pflanzen fühlen sich wohl in ihren neuen Wohnungen und liefern viele Früchte und Freude! Mit dem Blühen haben ja einige schon vorher angefangen. Die ersten Blütenansätze gab es bei der Gelben Johannisbeertomate und der Ampeltomate rosa.

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Blüte der Gelben Johannisbeertomate

Und ich hoffe, sie haben meine Beschwörungen gehört, sich nur ja anständig zu benehmen in der Welt der Erwachsenen. Laut sprechen konnte ich ja nicht, also musste ich quasi Gedankenmurmeln. Vermutlich verstehen sie das aber genau so gut.

Schabzigerklee (Trigonella coerulescens)

Eine Empfehlung für alle die Brot backen ist diese alte, auch unter dem Namen Brotklee bekannte Würzpflanze. Lange war sie fast vergessen. Ich habe den Schabzigerklee über die Arche Noah entdeckt und bin neugierig geworden, da sie vorrangig zum Würzen von Brotteig verwendet wird und ich unser selber Brot backe.

Der Schabzigerklee ist einjährig und völlig unkompliziert im Anbau. Ich säe immer Mitte April zwei Reihen direkt in ein Beet im Gemüsegarten. Er wird ca. 50 cm hoch und blüht in einem sehr, sehr zarten Blau. 2015-01-21_1wzSobald sich die auch für Bienen besonders attraktiven Blüten geöffnet haben, schneide ich den Schabzigerklee knapp über dem Boden ab und hänge die geschnittenen Kräuterbüschel zum Trocknen im kühlen Schatten im Haus auf.

Die Pflanzen treiben wieder neu aus und werden nochmals geschnitten, wenn sich die Blüten gerade zu öffnen beginnen. Auf diese Weise kann man zwei- bis dreimal im Jahr ernten. Ein paar Pflanzen sollte man immer unbeerntet stehen lassen, um Saatgut für die nächste Saison zu gewinnen. Lässt man den Brotklee einfach Blühen und aussamen, muss man sich um den Anbau nicht mehr kümmern. Der Schabzigerklee samt sich recht willig aus. Aber ich finde es sehr praktisch, wenn er in einer Reihe wächst, so lässt er sich besser ernten. 2015-01-21_2wzSind die Kräuterbündel rascheltrocken, zerschneide ich das ganze Kraut samt Stängel, Blättern und Blüten mit einer Schere in relativ kurze Stücke. Am besten macht man das in einer großen Schüssel, weil die trockenen Teile beim Zerschneiden nur so herumfliegen, wie es ihnen gefällt.

2015-01-21_3wzDer für den Schabzigerklee typische Geruch entwickelt sich erst beim getrockneten Kraut.

Nach dem Zerschneiden mahle ich die kurzgeschnittenen Kräuter in einer Kaffeemühle zu feinem Pulver. Achtung beim Mahlen: Der aus der Kaffeemühle aufsteigende feine Staub, kitzelt heftig in der Nase! Den Deckel also immer eine kleine Weile auf der Mühle lassen, bis sich der Großteils des aromatischen Staubs gesetzt hat, dann erst öffnen und das Pulver sofort in ein Glas mit Schraubdeckel füllen.

2015-01-21_4wzDen getrockneten Klee bewahre ich in Schachteln in einem Schrank auf und mahle immer nur zwei Gläser voll bei Bedarf. So bleibt das Aroma länger erhalten.

Der Geschmack lässt sich nicht wirklich beschreiben, er ist sehr würzig, kräftig und ganz eigen. Es duftet intensiv nach frischem Heu, wenn  man das getrocknete Kraut angreift.

Verwendet wird er in unserem Haushalt hauptsächlich zum Brotbacken. In ein Kilo Brotteig kommen ca. zwei Esslöffel gemahlener Schabzigerklee. Das ergibt dann einen sehr würzigen Geschmack. Über frisch gekochte Erdäpfel mit Butter oder in einem Rührei schmeckt er auch grandios. Aber Achtung: Der Geschmack ist wirkich sehr intensiv!

Gelbe Mondseer Melde

Über die Gelbe Mondseer Melde (Atriplex hortensis “Gelbe Mondseer Melde”) bin ich vor einigen Jahren einmal bei einem Arche Noah-Fest gestolpert. Nein, nicht wirklich gestolpert. Da war jemand so gemein und hat in meiner Augenhöhe im Shop der Arche Noah ein Sackerl mit den Samen dieser Melde untergebracht. Reine Absicht, die wussten, dass ich an diesem Tag kommen werde.

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Gelbe Mondseer Melde im Gemüsegarten in Mischkultur mit Petersilie, Tomaten und anderen Nachbarn

Ich dachte, “kenn ich noch nicht”. Und fast reflexartig schoss mein Greifarm nach vorne und schon war die Melde quasi in unserem Garten gelandet.

Wieso heißt die Gelbe Mondseer Melde eigentlich Gelbe Mondseer Melde? Ich weiß nicht so recht. Eigentlich erscheint sie mir eher quietschgrün, von mir aus noch hell-quietschgrün. Aber gelb? Nein, ich finde nicht, dass sie gelb ist. GMM_01wzJetzt einmal abgesehen von der Farbe ist sie unbestritten eine sehr ergiebige, wüchsige Gemüsepflanze, die auch mit Halbschatten sehr gut zurecht kommt.GMM_02wz Schon einige Wochen nach der Aussaat, die ab März direkt ins Beet erfolgen kann, ist die erste Ernte möglich. Man erntet die einzelnen Blätter, wenn man möchte, dass die Pflanze in die Höhe wächst oder aber man knipst den Trieb über den ersten Blättern ganz ab, dann verzweigt sich die Melde und wächst ein wenig in die Breite.

GMM_03wzAm zartesten, und daher auch bestens für Salat geeignet, sind die ganz jungen Blätter. Ältere Blätter lassen sich wie Spinat verwenden und schmecken sehr gut.GMM_04wzDie Blätter werden richtig groß! Im Gegensatz zur Roten Melde, die ich auch anbaue, bei der sie eher klein bleiben.  Die Blätter werden mit zunehmendem Wachstum auch ein wenig gewellt, nicht so glatt und glänzend wie bei der Roten Melde. GMM_05wz Die Gelbe Mondseer Melde, eine Lokalsorte aus dem Raum um den Mondsee im schönen Oberösterreich, meinem Heimatbundesland, befindet sich angeblich seit  mindestens 80 Jahren im Anbau (Quelle: Arche Noah). Sie ist einjährig, samt sich aber, wie alle Melden, sehr gerne selber aus. – Und sie geht gerne fremd. Wenn man also mehrere Meldensorten im Garten sortenrein weitervermehren möchte, muss man Vorkehrungen treffen. Lässt man sie aussamen, hat man unglaublich viel Nachwuchs, der mir aber noch nie lästig wurde. Einige Pflanzen lasse ich weiterwachsen, die ganz jungen ernte ich und lasse den Rest als Mulch auf den Beeten liegen.

Meiner Einschätzung nach wird die ausgewachsene Gelbe Mondseer Melde ca. 1,3 – 1,4 m hoch und ist, im Gegensatz zu manchen Beschreibungen, bei uns hier trotz viel Wind recht standfest.GMM_06wzDer einzige Nachteil: Die schwarzen Blattläuse sind ganz verliebt in die Gelbe Mondseer Melde. Wahrscheinlich, weil sie auf den hell leuchtenden Blättern besonders gut zur Geltung kommen.

Ein Federbett fürs Gemüse

Wir lieben unser Gemüse.
Und weil wir das tun, betten wir es dieses Jahr ganz weich. Es soll sich wohlfühlen und entspannt heran wachsen.

2015-03-11_04wzWir haben extra unsere Bettpölster (ja, in Österreich darf die Mehrzahl Pölster heißen!) geopfert, um es den Salaten, Paradeisern und all den anderen Gemüsearten im Garten so richtig bequem zu machen.

2015-03-11_03wzNaja, um ehrlich zu sein, ganz so aufopferungsbereit sind wir natürlich nicht. Unsere alten Federpölster hatten ausgedient und neue mussten her. Wie praktisch, dass wir einen Gemüsegarten haben und Federn sich hervorragend als natürlicher Dünger eignen.

Dieses Jahr müssen wir zum ersten Mal seit Anlegen des Gemüsegartens vor 11 Jahren (Ist das echt schon so lange her?!) die Beete umgraben. Sonst hacke ich sie ja nur leicht durch, wie hier beschrieben.

Unsere alte, riesengroße Pappel, die viel zu nahe am Gemüsegarten wächst, hat die Herrschaft über den Boden endgültig übernommen und ihre gierigen Wurzeln durch alle Beete geschickt. Auf der Suche nach Nahrung und Wasser hat ihr Wurzelgeflecht den Boden der Gemüsebeete so sehr verdichtet, dass sich die Gemüsepflanzen schon sichtlich schwer taten, den Wurzelfilz zu durchdringen.  Also heißt es heuer: umgraben und Wurzeln aus den Beeten entfernen. Pro Beet gibt das mehrere Eimer voll Wurzelwerk in allen Dimensionen, vom feinen Wurzelfilz bis zu mehrere Finger dicken Wurzelbrummern. Der Pappel wird’s nicht schaden.

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Wurzeln aus einem einzigen Gemüsebeet, drei große Eimer voll

Nach dem Umgraben und Entfernen der Wurzeln habe ich tiefe Gräben in den Beeten gezogen und darin Reihe für Reihe die Federn der ausgedienten Pölster versenkt.

2015-03-11_02wz Federn sind meines Wissens bester Stickstoffdünger, vergleichbar mit Hornspänen.

Unser Gemüse wird sich bestimmt freuen. Ich hoffe nur, es missversteht nicht die Federn und verharrt im Tiefschlaf anstatt uns das weiche Bett mit gesundem Wachstum zu danken.

Wie düngt ihr eure Gemüsebeete?

Test-Frühbeet

Nun konnte ich doch nicht widerstehen. Schon lange denke ich über ein Frühbeet nach. Vor einer Woche habe ich beim Discounter ein kleines, billiges gekauft. Es isoliert bestimmt nicht wahnsinnig gut, die Wände und der Deckel sind nicht sehr dick. Und ewig halten wird es auch nicht. Aber ich kann so einmal ausprobieren, wo ein guter Platz sein könnte für ein stabileres. Und schauen, welche Größe denn für ein richtiges, stabiles Sinn machen würde. Auf diese Weise kann ich das billige Ding als Testobjekt betrachten – und so meinen Kauf ein bisschen besser rechtfertigen. Ist das nicht fein?2015-03-05_01wzEine besondere Zierde ist es nicht. Wenn ich mal weiß, wo und wie groß, dann sollte das endgültige Objekt der frühpflanzerischen Begierde optisch schon einen Tick ansprechender sein. Vielleicht so, wie die alten Frühbeete im Garten meiner Elten, mit betonierten Seitenwänden, auf denen die Glasabdeckungen dann eingepasst liegen können. Mit der Zeit vermoosen die Betonwände außen so schön, dass es ganz hübsch anzusehen ist. Und es hält ewig!

2015-03-05_02wzDie Neuerwerbung habe ich natürlich schon bepflanzt. 12 Salatpflanzen passen ganz gut hinein, das ist schon mal nicht schlecht! Damit sie es im neuen Zuhause noch ein bisschen kuscheliger haben, musste eine alte Noppenfolie herhalten, die irgendwann einmal als Verpackung hier ankam.

Im Beet nebenan wohnen schon ein paar Kohlrabipflänzchen. Dort habe ich vor ein paar Tagen Petersielie gesät und Puffbohnen gelegt. Die kleinen Windräder machen Geräusche, wenn sie in Bewegung sind. Das ist gut so. Denn unsere Amseln wühlen zu gern in frischen Beeten!2015-03-05_03wzDie Kohlrabis haben es nicht ganz so luxuriös. Sie müssen mit den Null-Euro-Gewächshäusern vorlieb nehmen, die ich seit vielen Jahren immer im Vorfrühling verwende, um kleine Pflanzen oder auch Saaten vor der Kälte zu schützen. 2015-03-05_04wzHabt ihr Frühbeete in euren Gärten?
Wenn ja, aus welchem Material sind sie gebaut und welche Größe macht Sinn?

Tomatensorten: Anna Russian

Die Anna Russian hat mich von Anfang an mit ihrer schönen Erscheinung und wegen ihres Namens bezaubert. Die Früchte dieser Stabtomate sind rosarot bis weinrot und in den meisten Fällen herzförmig.

2015_AR01wzAber auch leicht gerippte, eher runde und einige recht unförmige sind dabei.

2015_AR03wzDie Form variiert also, der Großteil jedoch ist herzförmig mit einer ausgeprägten Spitze.

2015_AR02wz Wie der Name schon sagt, ist die Heimat der herzigen Anna Russland. Das von mir verwendete Saatgut ist jedoch nicht ganz so weit gereist: Ich habe die ersten Samen der Anna Russian von Anja bekommen.

Anna Russian scheint verwandt mit dem Ochsenherz-Typ zu sein, läuft aber in anderen Beschreibungen unter “Stabtomate”. Die Ochsenherzen werden hingegen den Fleischtomaten zugerechnet.

2015_AR05wzLeider scheint sie recht anfällig für Rissbildung zu sein, was besonders bei wechselhaftem Wetter zum Problem werden kann. Wenn es nach einigen heißen Tagen abkühlt und regnet, platzen sogar die grünen Früchte gern auf und beginnen dann oft auch an den aufgeplatzen Rissen zu faulen.

Der Geschmack ist recht süß, mild, die Früchte sind sehr fleischig und haben wenig Kerne. Das Fruchtfleisch ist relativ fest. Also perfekt zum Aufschneiden.

2015_AR06wzDie Anna Russian gehört zu den sehr fleißigen Tomaten: Sie trägt unermüdlich und wird auch sehr hoch, wenn man sie lässt. Bei mir durfte sie erst an einem zwei Meter hohen Stab hochwachsen, dann habe ich sie oben an einer horizontal gespannten Schnur weiter gezogen.

2015_AR04wzVon der Braunfäule wurde sie 2012 relativ früh schon befallen. Ich habe die betroffenen Blätter rasch entfernt und abgewartet. Sie hat sich tatsächlich wieder erholt und ist nach einer kurzen Schockstarre weitergewachsen und hat noch gesunde Früchte hervorgebracht.

2013 war der Ertrag der russischen Anna besonders groß: Sie hat uns neben vielen normal großen Tomaten sogar mit einer 500 g schweren Frucht beschenkt. Und so hat sie sich trotz ihrer Anfälligkeit für Rissbildung und Braunfäule auch 2015 wieder einen Platz im Garten gesichert.

Hirschhornwegerich (Plantago coronopus)

Wer erntet nicht im Winter gerne Grünzeug aus dem eigenen Garten! Mit dem Hirschhornwegerich ist das möglich.

Vor einigen Jahren war der Hirschhornwegerich (Plantago coronopus) in unseren Breitengraden noch relativ unbekannt. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich die ersten Samen für dieses ausgefallene Gemüse bezogen habe. Aber da mich immer die Neugier treibt und ich jedes Jahr etwas Neues im Garten auszuprobieren mag, griff ich zu.

Der Hirschhornwegerich gehört, wie der Name schon sagt, zur Familie der Wegerichgewächse. Während seine Brüder, der Breit- und der Spitzwegerich, meist unerwünschte Gäste im Rasen sind (obwohl sie sowohl als Heil-, als auch als Gemüsepflanzen nutzbar sind), genießt der Hirschhornwegerich eine bevorzugte Stellung innerhalb der Familie. Alleine schon seine elegante Erscheinung macht ihn zu etwas Besonderem.

Sein Äußeres brachte ihm sicherlich auch seinen Namen ein, haben doch die auslaufenden Enden seiner Blätter mit etwas Phantasie Ähnlichkeit mit einem Geweih.

HHW_05wzSeit einigen Jahren findet der Hirschhornwegerich auch in unseren Breitengraden immer mehr Liebhaber, die ihn im Garten ziehen. Aber eigentlich ist er eher ein Südländer. Italiener, um genau zu sein. Angeblich fand er schon in der Küche der Römer Verwendung und ist in Italien auch unter dem Namen Erba Stella bekannt.

In diversen “Portraits” wird er manchmal mit Barba di Frate verwechselt, dem Mönchsbart bzw. Agretti. Einer ebenfalls italienischen Gemüsesorte. Also Vorsicht!

Der HIrschhornwegerich lässt sich sehr leicht aussäen, die feinen Samen keimen willig und rasch bilden sich die rosettenfömigen, mit 10 – 15 cm sehr niedrigen Pflanzen.

Nun kann es an die Ernte gehen: Dabei immer nur die äußeren Blätter ernten, das Herz wie bei einem Pflücksalat stehen lassen. Die Pflanzen können laufend beerntet werden, sogar im Winter. Denn der Hirschhornwegerich ist frosthart und liefert auch bei frostigen Temperaturen ein wenig frisches Grün.

HHW_04wzAnfangs habe ich ihn im Gemüsebeet gesät. Dort hat er sich epidemisch durch Selbstaussaat verbreitet. So musste ich ihm Einhalt gebieten und nun bewohnt er zwei kleine Blumenkisterl, die ich im Winter auf die Terrasse stelle, wo es wärmer ist. Somit ist die winterliche Ernte garantiert.HHW_01wzDer HIrschhornwegerich ist ein sehr genügsames Gemüse, braucht kaum Dünger und nur ganz wenig Platz. Also auch ideal für Balkongärtner!HHW_02wzWer das Aussamen verhindern möchte, muss rechtzeitig die Blütenknospen abknipsen. Die muss man aber nicht wegwerfen, man kann sie essen! Entweder roh knabbern oder dünsten.

Apropos essen: Wie verwendet man eigentlich den edlen Wegerichbruder?

Man kann die Blätter roh im Salat essen. Dafür sollte man die jungen, noch zarteren Blätter nehmen. Sind die Blätter etwas älter, werden sie recht fest. Was mich zur zweiten Verwendungsmöglichkeit bringt, zum Dünsten. Wir mögen den Hirschhornwegerich gewaschen,  einmal durchgeschnitten und mit Zwiebel, viel Knoblauch und Chili in Olivenöl angedünstet über Spaghetti mit Parmesan. Dazu Salat, ein Glas Rotwein-  und eine ausgefallene, schmackhafte Mahlzeit ist perfekt. Die Blütenknospen kann man dabei einfach mitdünsten.

Wenn wir zuviel davon haben, weil er uns wieder einmal über den Kopf wächst, lässt er sich gedünstet auch einfach als kohlehydratfreie Beilage zB zu einem Stück kurzgebratenem Fleisch essen.

Und wenn es noch schneller gehen muss in der Küche, passt der Hirschhornwegerich auch sehr gut unter Rühreier. Noch fein mit Kräutersalz würzen und fertig ist die durch den Hirschhornwwegerich knackige Eierspeise.HHW_03wzDen Geschmack zu beschreiben ist mir nicht wirklich möglich. Er schmeckt jedenfalls gut, wenn man ihn entsprechend zubereitet, hat aber keinen ausgeprägten Eigengeschmack, wie ich finde. Den oft beschriebenen schwach salzigen Geschmack konnte ich nicht herausschmecken.

Ein kleines Balkonkistchen mit zwei bis drei Pflanzen genügt, um zwei Menschen ab und zu mit Hirschhornwegerich zu versorgen.

Bei uns hat er sich schon länger einen Fixplatz in der teilweisen Gemüseselbstversorung erobert.