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Vorübergehend umgezogen

Wie habt ihr die große, lange Hitzewelle im Sommer überstanden? Bei uns hatte es einige Wochen fast täglich um die 37, 38 Grad. Das Haus heizte sich mit der Zeit dermaßen auf, dass es drinnen nicht mehr auszuhalten war, nicht einmal im Wohnkeller. Auch die Nacht brachte keine Abkühlung – bei 25 Grad und null-Luftbewegung, wie soll da auch etwas abkühlen?

Wir sind nach und nach immer weiter nach hinten gewandert in den Garten. Auf der überdachten Terrasse, die normalerweise unser Outdoor-Wohn- und Esszimmer ist, war es nicht mehr auszuhalten. Also haben wir als erstes das Esszimmer nach hinten unter die großen Bäume verlegt. 2015-09-08_04wzEine LED-Lichterkette, die noch vom großen Gartenfest montiert war, hat als Beleutung gedient. Abends war das Esszimmer ein recht romantisches Plätzchen!

Da Kochen in der kleinen aufgeheizten Küche eine unglaublich schweißtreibende Angelegenheit war, bastelten wir eine äußerst provisorische Outdoor-Küche.2015-09-08_01wzEine alte Werkplatte auf zwei Stehern, eine Kochplatte, eine verschließbare Plastikbox für große Töpfe und Pfannen und ein kleines Kasterl für Kleingeschirr und ein paar grundlegende Lebensmittel wie Öl, Essig, Salz, Nudeln, Gewürze etc. Abgewaschen wurde gleich daneben in einer Plastikwanne. Ein langes wasserfestes Stromkabel hatten wir ja für das Fest vorher schon durch den ganzen Gemüsegarten verlegt, hier wurden die Kochplatte und die LED-Beleuchtung zum Kochen angeschlossen. Wasseranschluss gibt es sowieso in mehreren Gartenbereichen. Endlich Kochen ohne in Sekundenschnelle einen Schweißausbruch zu erleiden!

Natürlich gewinnt unsere “Outdoor-Küche” keinen Schönheitspreis, aber sie hat ihren Zweck gut erfüllt und auf diese Weise konnten wir einmal testen, was wir wirklich draußen brauchen, um sinnvoll kochen zu können. Erstaunlich wenig! Vielleicht bauen wir uns in den kommenden Jahren einmal eine dauerhafte Outdoorküche im rückwärtigen Gartenbereich.

Und nach dem Essen?

Entspannen in der Badewanne, die noch nie so oft und so lang benützt wurde wie in diesem Sommer!2015-09-08_05wzSie hat ein kleines Deck aus einer alten Palette und ein paar Lärchenbrettern bekommen, damit die Füße schön sauber bleiben beim Rein- und Rauskraxeln. Und ein paar Kerzen für die Romantik am späteren Abend!

Und wenn man ganz und gar faul sein möchte? Wir haben eine Weile überlegt, ob wir das machen sollen. Aber mein Schatz hatte gerade in den heißen Wochen Urlaub, den wir zuhause verbracht haben. Also, ja. Kurzerhand haben wir noch ein langes Kabel besorgt und auch quasi das Wohnzimmer nach draußen verlegt, genauer gesagt, an den Teich.2015-09-08_02wzFernsehgeräte sind heutzutage glücklicherweise ganz leicht, sodass es schnell raus- und reingetragen werden konnte. Natürlich wollten wir keine Nachbarn mit Lärm belästigen und haben Kopfhörer am Fernseher angeschlossen.

Da sich mit der Zeit auch unser Schlafzimmer für mich unterträglich aufgeheizt hatte, habe ich es vorgezogen, einige Nächte in der Hängematte unter der großen Pappel zu verbringen. 2015-09-08_03wzIch habe wesentlich besser geschlafen als im heißen Schlafzimmer.

Der Garten hatte somit einige Wochen lang noch viele Zusatzfunktionen! Und ich bin echt dankbar für paar großen, alten Bäume, die wir im Garten haben und die in solch heißen Wochen ein wenig Schatten spenden.

Und: Wie habt ihr die heißen Wochen überstanden?

 

Ein PS noch: Bitte seid nicht böse, wenn ich derzeit nicht zum Kommentieren komme, ich engagiere mich ein wenig dabei, Flüchtlingen, die in Wien landen, weiter zu helfen.
In diesem Zusammenhang möchte ich nochmal auf meinen Beitrag zu diesem Thema hinweisen (Refugees welcome – Asyl im Gemüsegarten).

Blogger gegen Fremdenhass: Refugees welcome – Asyl im Gemüsegarten

Mein Gemüsegarten ist ein Zuwanderungsland ersten Ranges.

Meine ganz besonderen Lieblinge, die Tomaten, sind Nachfahren der einst aus Mexiko eingewanderten tomatl. Zum Glück hatten sie es damals noch leichter und es wurden ihnen keine Steine in den Weg gelegt, als sie ihre Verwandtschaft nachgeholt haben: Die vielseitig verwendbaren Paprikas, Chilis, die vielen Gerichten erst ihre richtige Würze verleihen und die säuerlichen Tomatillos, ohne die wir auf Salsa verde verzichten müssten – alle aus Mittelamerika.

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Tomatensorten: Green Sausage, Tangella, Minibel, Striped Turkish, Himbeerrose, Tumbling Tom, Gelbe von Thun, Striped Roman; Gurkensorten: Lemberger Gurke, Marketmore; Paprikasorten: Neusiedler Ideal, Purple Beauty

Ebenfalls aus Mittelamerika kommt der Hörnchenkürbis, auch Inkagurke genannt. Es gibt nicht viele dieser Art in unserem Breitengraden. Nichtsdestotrotz werden ihre Qualitäten von meinen Gartenbesuchern sehr geschätzt und rufen oft ein erstauntes “Mmmhh” hervor.

Ein Einwanderer schafft es zumindest im Herbst auf alle Teller: der Kürbis. Auch seine Wurzeln liegen in Mittelamerika und selbstverständlich wohnt auch er hier.

Beim Zucchini wird es recht verworren: Er hat ganz zu Anfang Vorfahren aus Mexiko, dann wird die Familiengeschichte kompliziert: Es scheint einen Familienzweig in Nordamerika zu geben und einen in Südeuropa. Von welcher Linie die bei uns zugewanderten Zucchini stammen, ist umstritten. Das ist aber ohnehin egal. Denn in beinahe jedem Gemüsegarten hat zumindest ein Nachfahre Asyl bekommen.

2015-08-25_09wzDie allseits beliebten und bekannten Karotten, man sieht es ihnen nicht an, aber auch sind Einwanderer. Es gibt sie in vielen Farben: Die weißen kommen aus dem Mittelmeerraum, die gelben und violetten und rötlichen stammen gar aus dem fernen Afghanistan, einem Land, dessen Einwanderer heutzutage vielfach auf Ablehnung stoßen. Da steckt einfach Unwissenheit dahinter. Wir lieben sie doch alle, die Karotten, sie gehören zum beliebtesten Gemüse der Mitteleuropäer. Dabei sind sie nichts weiter als eine Kreuzung dieser drei Formen. Multi-Kulti mag anscheinend doch jeder.

Genauso bunt kommt der Rettich daher, es gibt rote, orange, gelbe, weiße und sogar schwarze. Ein Vorderasiate, kaum zu glauben. Wo er doch in so gut wie jedem Biergarten im Sommer mit auf den Tisch kommt.

2015-08-25_06wzEin eindeutig sehr exotischer Zuwanderer ist der Malabarspinat. Ein waschechter Inder.

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Malabarspinat

Er begeistert mit besonderen Qualitäten, man muss sie nur erkennen und fördern, so wie man das auch bei Menschen machen sollte. Bietet man ihm ein wenig Raum zum in die Höhe klettern, liefert er wahnsinnig viel Ertrag, der sich zu köstlichen Speisen verarbeiten lässt.

Ohne dass es vielen Gärtnern (und Essern) bewusst ist, haben sie mit der Gurke den personifizierten Weltenbürger in der Schüssel. Unter “Cucumis” wird die ganze Kürbisfamilie zusammengefasst, also Kürbisse, Melonen, Zucchini und Gurken. Daher liegt die Vermutung nahe, dass auch die familiären Wurzeln der Gurke irgendwo in Mittelamerika liegen. Jedoch wurden ca. 10.000 Jahre alte Gurkensamen im Grenzgebiet zwischen Thailand und Burma gefunden. Ebenso alte Samen gibt es in Nordamerika. Und auch in Indien und Ägypten gibt es seit vielen tausend Jahren Gurken. In welche Schublade soll man also die Gurke stecken? Eine Zwickmühle für alle Dogmatiker, die dennoch begeistert zwei mal in der Woche ihren Gurkensalat oder zum Gegrillten gern mal ein Tsatsiki essen.

Aber die Bohnen, die sind soch bestimmt hier ansäßg, haben eine rein mitteleuropäische Linie? Schwer daneben, kann ich da nur sagen. Der Ursprung der Gartenbohne, der Phaesolus vulgaris, liegt in Amerika.

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Blauhilde, eine der beliebtesten Stangenbohnen

Woher das von mir geliebte Eiskraut, auch Eisperlensalat genannt, kommt? Darüber habe ich mir ehrlich noch keine Gedanken gemacht!

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Eiskraut, auch Eisperlensalat (Mesembryanthemum crystallinum)

Ich mag es einfach. Und zwar weil es so anders ist. In einer großen Schüssel mit Blattsalaten, deren Vorfahren übrigens zum Großteil aus dem Mittelmeerraum stammen, sticht es mit seinen knackigen Qualitäten besonders hervor. Sozusagen die Würze im Einheitsbrei.

Ich gewähre auch einigen anderen Geschöpfen aus dem Mittelmeergebiet Asyl hier im Garten, ganz egal, ob sie nun Wirtschaftsflüchtlinge sind oder nicht: Sie sind hier und sie bereichern mit ihren Fähigkeiten unser kulinarisches Erleben. Der vielseitige und bunte Mangold, eine Weiterzüchtung des wild an den Mittelmeerstränden wachsenden Mangolds. Der robuste Hirschhornwegerich, auch er von den Küstengebieten Südeuropas einst zu uns gekommen. Und viele, viele mehr.

Und wenn wir schon dabei sind: Einen Türken habe ich auch. Die Türkische Rauke, ein sehr freundliches Gewächs, zuverlässig, hart im Nehmen, aufregend am Gaumen.

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Türkische Rauke

Aber da ist dann Schluss, oder? Schließlich gibt es kulturelle Unterschiede, unüberbrückbare, oder?
Nein.

Vor Jahren schon kam die ostasiatische Speisechrysantheme hier in den Garten, Schlepper haben sie gebracht. Sie kam und ist geblieben. Hartnäckig. Und gar nicht mal unauffällig mit ihren gelben und weißen Blüten. Und wisst ihr was? Sie schmeckt uns, wir lieben sie inzwischen!

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Speisechrysantheme

Ein weiterer Asiat wohnt jeden Herbst bei uns: Pak Choi. Er wohnt aber nur kurz da, dann wird er ob seiner Beliebtheit einfach verschlungen.

Und ich wette, dieser Geselle aus den weiten Steppen Zentralasiens findet sich in vielen Gärten, ganz sicher aber in jeder Küche: der Knoblauch. Unabkömmlich ist er geworden hier, kaum vorzustellen ein Mitteleuropa ohne seine Würze!

Ihr merkt, in unserem Gemüsegarten wohnt ein unglaubliches Völkergemisch, dabei habe ich noch lange nicht alle Vertreter der einzelnen Nationen aufgezählt. Und wisst ihr was? Sie harmonieren gut miteinander.

Wir Gemüsegärtner schätzen sie sehr, diese Vielfalt und nehmen mit Freude, Neugier und oft auch Erstaunen ob der verborgenen Talente Neuankömmlinge in unsere Gärten auf.

Ich wünsche mir, dass die Politik genauso wie der Gaumen, die Vielfalt positiv sieht, die Talente der einzelnen zu schätzen lernt und sich nicht von der Angst vor “Magenverstimmungen” davon abschrecken lässt, unseren “Garten Europa” für diese Vielfalt zu öffnen.

Die Welt sollte einfach ein bisschen mehr wie ein Gemüsegarten sein.

 

Durch Anja (von ihr habe ich auch Teil eins des Titels “Blogger gegen Fremdenhass” übernommen, weils einfach so gut passt) bin ich auf den Blogbeitrag Deutschland, was ist los mit dir? von texterella.de gestoßen.

Da hier in Österreich leider die Situation genauso schlimm ist, im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen Kinder, Frauen und alte Menschen seit Wochen auf dem nackten Boden im Freien schlafen müssen und sich Bürger massiv gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in ihren Heimatgemeinden wehren, will ich hier ein Statement abgeben für die Vielfalt und gegen die Angst vor dem vermeintlich Fremden.

 

Edit: Kurz nach der Veröffentlichung dieses Blogbeitrags wurde ich erst auf die Aktion Blogger für Flüchtlinge aufmerksam. Eine gute Möglichkeit, selber etwas beizutragen. Aus vielen kleinen Tropfen wird auch ein Meer.

Just married

So langes Schweigen hier. Diesmal ist der Grund ein äußerst erfreulicher.
Nachdem ich letztes Jahr meine schlimmen Momente mit euch geteilt habe, möchte ich das nun auch mit einem besonders schönen tun.

2015-08-20_001wzMein Schatz und ich haben nach 21 gemeinsamen Jahren Ende Juni geheiratet. Die Vorbereitungen haben meine ganze Zeit beansprucht. Denn wir wollten keine 08/15-Trauung.

2015-08-20_002wzDie Trauung fand auf einem kleinen Boot aus den 1920er-Jahren statt – und mitten auf der Donau. Inmitten der Natur also.

2015-08-20_004wzUnd all die Kräfte der Natur wurden auch zur Trauungszeremonie auf schamanische Weise herbei gerufen.

2015-08-20_003wzNach der Zeremonie sind wir zwei Stunden auf der Donau geschipptert, um zum Ort unseres Festes zu gelangen. Nach dem Verlassen des Trauungsbootes hat uns am Landungssteg eine alte Tschaike erwartet. Diese Boote wurden auf der Donau bis Mitte des 19. Jahrhunderts verwendet.2015-08-20_005wzDie Tschaike hat uns zu einer Schiffmühle übergesetzt, die in einem Nebenarm der Donau liegt. 2015-08-20_006wzSchiffmühlen wurden früher in der Donau dazu verwendet, Getreide zu mahlen. Die großen Mühlräder wurden angetrieben durch die Strömung des Flusses. Heute ist sie ein Museum. Wir haben aus der recht urigen Location einen festlichen Ort gemacht, der genau zu uns passt.

2015-08-20_008wzEinfach, aber liebevoll dekoriert.

2015-08-20_007wzMit Wiesenblumen, die über unseren Köpfen geschwebt sind.

2015-08-20_009wzUnd zwischen den Museumsstücken platziert waren.

2015-08-20_010wzAus der Mühle konnten wir über Stege auf den Damm, der zwischen dem Nebenarm der Donau und der Donau liegt, um auch im Freien zu feiern.

2015-08-20_011wzDenn es sollte eine Hochzeit in und mit der Natur sein.

2015-08-20_012wzAm Damm wurde extra für unsere Hochzeit eine Art Mini-Amphitheater angelegt für das abendliche Konzert.

2015-08-20_013wzBei Einbruch der Dämmerung spielten zwei befreundete Musiker ein Irish-Folk-Konzert für uns und unsere Gäste.

2015-08-20_014wzDer nächtliche Ausblick auf den Auwald und den Himmel war genauso romantisch wie der ganze Tag.

Pflanzen für die Kunst!

Puh, es ist geschafft! Mein erster Pflanzenflohmarkt hier im Garten ist am Samstag über die Bühne gegangen. Das Wetter war nicht ganz so gnädig. Zwei Tage vorher war noch Sommer, am Samstag dann eher wieder Winter…
Aber auch einige Regenschauer und kalter Wind konnten die vielen Besucher nicht abhalten, zu uns in den Garten zu kommen.

Wie jedes Jahr hatte ich auch in diesem viel zu viele Pflanzen herangezogen – und meine Kräuter warteten schon lange darauf, geteilt zu werden bzw. haben sich einige recht gut ausgesamt und ich wollte die Kleinen nicht auf den Kompost geben. Anstatt wie sonst immer Freunde anzubetteln “Nehmt doch ein paar Pflanzen, ich hab so viele!”, und dafür bergeweise Schokolade, die ich eigentlich nicht mag, zu bekommen, hatte ich mir dieses Jahr etwas anderes überlegt.

Ich wollte ein wenig Geld für das hiesige Kunstlokal auftreiben, ein Ort, an dem Kultur und Kunst bei uns lebendig sind und der sich zu einem Treffpunkt lieber Menschen entwickelt hat. Da Kultur immer unter Geldmangel leidet, sollte der Erlös aus meinem Pflanzenflohmarkt dieser Institution zukommen.

2015-04-20_03wzÜber 100 Tomaten und noch einiges mehr an Chilis und Paprikas habe ich allein für den Pflanzenflohmarkt pikiert und schon seit Wochen tagsüber zum Abhärten raus- und abends wieder reingetragen. Eine Freundin steuerte noch einige ihrer Tomaten- und Chilijungpflanzen bei. Letztendlich fanden sich auch um die 120 Töpfe mit Kräutern im Angebot, alles geteilte Stauden und Sämlinge aus unserem Garten. Und natürlich wollte ich auch, dass der Garten halbwegs präsentabel aussieht, wenn schon mal so viele Gäste durchmarschieren.

2015-04-20_02wzAlles hat wunderbar geklappt! Freunde fanden sich ein, Nachbarn, Bekannte und Unbekannte. Von 11 – 19 Uhr herrschte trotz des scheußlichen Wetters ein reges Kommen und Gehen. Auch als schon längst alle Pflanzen weg waren, kamen immer noch Besucher, flanierten im Garten und plauderten auf der überdachten Terrasse.

2015-04-20_01wzTrotz aller Anstrengung war es auch für mich ein wunderbarer Tag, der mir wieder einmal gezeigt hat, dass das Gärtnern und die Freude an Pflanzen viele nette Menschen zusammenbringt – und dass man mit überzähligen Pflanzen und ein wenig Einsatz auch wirklich gute Dinge unterstützen kann.

Und jetzt kann ich mich wieder mehr um den gärtnerischen Alltag und das Bloggen kümmern und auch mal wieder eine Blogrunde drehen und schauen, was sich bei euch so getan hat!

Dankeschön!

Und schon ist es vorbei, das Jahr 2014. Naja, noch nicht ganz, aber fast. Dieses Jahr war ein besonderes, einschneidendes, Lebensveränderndes. In vielen Bereichen auch ein Wieder-Beginn, Neu-Beginn, Anders-Beginn. Das Bloggen hat nun wieder einen festen Platz in meinem Leben und es macht mir sehr viel Freude, wie ich nach meiner langen zwangsbedingten Pause in der Bloggerwelt wieder aufgenommen wurde.

Danke für die vielen lieben, herzlichen Worte und die guten Wünsche von “alten” Blogfreundinnen und neuen Blogbekanntschaften!

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Klein-Margit unterm Weihnachtsbaum, reich beschenkt

Weihnachten verbringe ich wie immer mit meinem Schatz und meiner Familie, so wie das schon immer war und hoffentlich noch lange sein wird.

Und gleich nach dem Jahreswechsel werde ich dann in meinen Samenkisten kramen und mit der Planung für das Gemüsejahr 2015 beginnen. Wie ich mich darauf freue! Dann gibt es auch wieder regelmäßig Gemüse- und Tomatensortenportraits und Einblicke in unseren Garten.

Allen BlogfreundInnen, MitbloggerInnen & LeserInnen wünsche ich ein besinnliches Weihnachtsfest, entspannende Feiertage und einen gute Rutsch ins neue Jahr!

Ganz lieben Dank für eure Kommentare und E-Mails, dieser Austausch ist es, der das Bloggen zu etwas wirklich Bereicherndem macht!

Ohne Familie geht gar nix

Einige Male wurde ich schon gefragt, wer sich denn während meiner langen Krankenphase um den Garten gekümmert hat. Nun, für mich war das durchaus auch etwas, das mich, im Krankenhaus liegend, trotz aller wirklich großen Sorgen um meine Gesundheit, bekümmert hat. Ich hatte Angst, dass der Garten, den wir über Jahre hin liebevoll angelegt hatten, rasch verwildern würde.

Denn ihr wisst sicher alle, wie schnell ein Bereich im Garten, um den man sich nicht richtig kümmern kann (oder will …) ganz anders aussieht! Schwups ist alles überwuchert mit Unkraut, die Stauden und Sträucher fliehen himmelwärts und aufdringliches Blühzeug schleudert seine Samen in jedes freie Stückchen Erde und übernimmt über Nacht die Regentschaft.

Gerade im Spätwinter und Frühling wartet in unserem Garten immer die meiste Arbeit, da ich die Stauden immer erst im Frühling schneide. Und auch der Gemüsegarten, das Befüllen der vielen großen Tomaten- und Chilitöpfe rund ums Haus sowie das Vorziehen all der Paradeiser, Chilis, Paprikas und anderen Gemüsepflanzen ist gerade im Februar, März und April wirklich viel Arbeit. Und in diesen Monaten bin ich komplett ausgefallen und konnte einfach überhaupt nichts machen.

Doch mein Schatz, der sich in all der Zeit mindestens genausoviel Sorgen um mich gemacht hat, schaffte es trotz allem, den Anfang zu machen und hat im Februar begonnen, die Staudenbeete zu schneiden. Ich habe die Beete im Krankenhaus aus dem Kopf aufgezeichnet und markiert, was wo wie zu schneiden ist. Dank der modernen Technik konnte er mir, wenn er unsicher war, schnell ein Foto ins Krankenhaus schicken und ich konnte ihn instruieren. Sogar die Rosen hat er geschnitten – und das richtig gut!

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Beginn der Rosenblüte 2014

Unser beider Familien leben 350 km weg und haben selber große Gärten, da ist Hilfe nicht so einfach. Trotzdem ist im März ist meine Schwiegermutter für ein Wochenende angerückt und hat sich durch einen großen Bereich des Gartens gearbeitet, Laub entfernt, Stauden geschnitten, Unkraut gejätet.

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Blick über eines der Staudenbeete, Juni 2014

Ein paar Wochen später kam dann meine Mutter und hat neben meiner Pflege (und der Pflege von meinem Schatz, der sich nach all der Anstrengung beinahe eine Lungenentzündung eingefangen hat) auch noch eine Woche lang im Garten geackert. Ja, das ist das richtige Wort! Richtig viel gearbeitet! Geschnitten, gejätet, ein paar Beete im Gemüsegarten pflanzfertig gemacht, die ersten Salate gepflanzt, Petersilie, Mangold, Salate, Radieschen ausgesät und “nebenbei” gekocht, gewaschen, umsorgt.

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Gemüsegarten Anfang Mai 2014

Als sie abfuhr, war der Garten schon recht manierlich in meinen Augen. All meine Befürchtungen waren zerstreut und ich konnte so die ersten sonnigen Tage auf einer Liege im Garten verbringen.

Fam006wzZwischendurch kam meine Schwester für eine Woche, hat den Haushalt geschmissen und auch einiges im Garten gearbeitet: gepflanzt, die Wege gekehrt, aufgeräumt.

Abgelöst wurde sie von meiner Mutter, die nochmal eine Woche bei uns war und den restlichen Garten richtig frühlingsfit gemacht hat: alle Staudenbeete geschnitten und den ganzen Gemüsegarten vorbereitet! Nie hätte ich im Krankenhaus gedacht, dass wir 2014 Gemüse ernten würden, aber so kam es!

Fam004wzZu guter Letzt hat noch mein Schwager gemeinsam mit meinem Schatz ein Wochenende lang neben anstrengenden Baumschnittarbeiten sämtliche Tomaten- und Chilitöpfe zur Bepflanzung fertig gemacht. Das hatte ich nun wirklich nicht erwartet.

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Tomatentöpfe, frisch befüllt und gedüngt

Mitte Mai konnte ich schon ganz leichte Arbeiten für kurze Zeit am Tag machen. Sodass ich die Freude hatte, all die geschenkten Pflänzchen von meiner Mutter und Freundinnen (danke besonders an Sonia und Martina!) und die von der Arche Noah gekauften in die vorbereiteten Töpfe und Beete zu setzen. Das war so leichte Arbeit, dass ich sie ohne Anstrengung ganz gemächlich machen konnte. Ich musste ja nur ein kleines Pflanzloch in die lockere Erde wühlen und die Zöglinge gut einbetten.

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Ein kleiner Teil der Tomatentöpfe, frisch bepflanzt

So kam es, dass wir dank lieber Menschen und unserer Familie auch heuer einen wunderbaren Garten hatten, in dem ich mich erholen konnte und der uns reiche Ernte beschert hat. Wir hatten noch nie so viele Paprikas wie in diesem Jahr! Und ich musste beim Ernten immer an all die lieben Menschen denken, die mich mit den Pflänzchen beschenkt und Beete und Töpfe vorbereitet hatten. Ich konnte sogar einige Gläser Tomatensoße einkochen, obwohl 2014 wirklich kein gutes Tomatenjahr war.

Nun darf ich körperlich ja wieder arbeiten, auch wenn ich häufiger Pausen einlegen und alles etwas gemächlicher angehen muss. Und ich bin unglaublich froh darüber, dass nicht nur ich, sondern auch unser geliebter Garten dieses Jahr so gut überstanden hat. Ohne Familie wäre das nicht gegangen und ich müsste im kommenden Frühling wirkliche Schwerstarbeit leisten. Fam007wzDankeschön, liebe Familie, für die viele Arbeit und die Pflanzen – und dankeschön, liebe Freundinnen, für die vielen vorgezogenen Pflanzerln! Ihr habt mir dieses schwere Jahr mit eurer gärtnerischen Unterstützung unglaublich erleichtert und sehr viel Freude gemacht! (Wobei der größte Dank natürlich meinem Schatz gebührt, das weiß er zwar, aber es sei hier auch mal dick vermerkt.)

Paradiesisches Buch

Wie schon geschrieben, war ich lange krank und konnte von Gartenarbeit und Garten nur träumen. Aber der Gedanke daran, wieder im Garten sein und dort werkeln zu können, hat mich die ganze Zeit motiviert.

Ein ganz besonderer Motivator war mir das wunderbare Buch Atlas der erlesenen Paradeiser mit dem Untertitel “Und was man alles mit ihnen anstellen kann” von Erich Stekovics, Julia Kospach und Peter Angerer.

In trüben, traurigen Tagen habe ich immer wieder darin geblättert, gelesen und die herrlichen Bilder genossen. Das Buch bietet eine Unmenge an Information über Tomaten in Form von alphabetisch geordneten Stichwörtern, auch solchen, die man ganz und gar nicht erwarten würde in einem Tomatenbuch. Zum Beispiel “Armstrong, Lous”, ” Galapagos”, “9 1/2 Wochen” (Nein, nein, das ist keine Anspielung auf den Film mit Mickey Rourke und Kim Basinger! Neuneinhalb oder zehn Wochen dauert die Paradeiser-Erntesaison in den Hausgärten.) oder “Tanzen”. Ihr fragt euch, was es mit dem Tanzen und den Tomaten auf sich hat? Nun, viel von der Vitalität und ihrem Geschmack verdanken die Tomaten dem Tanzen im Wind. Er bewegt Stauden und Früchte, wodurch sie sich viele kleine Verletzungen zuziehen. So mobilisieren sie ihre Selbstheilungskräfte und Energien. “Deshalb sind für mich die Paradeiser, die sichtbare Narben tragen, nicht nur die schönsten, sondern auch die besten”, schreibt Erich Stekovics im Buch. Auch deshalb stellt man die kleinen Tomatenpflänzchen bei der Anzucht vor dem Auspflanzen schon immer wieder ins Freie.

Wunderbar unterhaltsam und amüsant ist jede Menge an Information in diesem dicken Buch untergebracht über Herkunft, Geschichte, Anbau, Pflege und Verwendung von Tomaten.

Dazu gibt es auch 77 Sortenportraits mit herrlichen Fotos der paradiesischen Früchte.

2014-11-26_TomatenatlaswzAllein diese Fotos anzuschauen, ist schon der reinste Genuss für alle Tomatenaficionados! Beim Lesen musste ich oft an meine dilettantischen Fotos bei den Tomatensorten-Portraits hier im Blog denken. Ich müsste ich noch viel üben, um meine Lieblingsfrüchte in ein so schönes Licht rücken zu können.

Für alle eingefleischten Tomatenliebhaber und dazu zähle ich schon lange, bietet auch der Rezeptteil des Buches einiges: sehr raffinierte, teils außergewöhnliche Verwendungsmöglichkeiten! “Weiße Mandeleiscreme mit eingelegten Paradeisern und geliertem Anis-Minz-Tee” liest sich ja doch einigermaßen befremdlich für meinen Geschmack, aber das verführerische Bild dazu macht mich neugierig. Und ich bin sicher, dass ich einige von den Rezeptkreationen im kommenden Jahr ausprobieren werde. Vorausgesetzt zwei Dinge klappen: Ich gedeihe wieder 🙂  und meine Paradeiser ebenfalls.

Atlas der erlesenen Paradeiser
und was man alles mit ihnen anstellen kann
Erich Stekovics, Julia Kospach, Peter Angerer
Löwenzahn-Verlag

Und nein, keine Angst, ich überschwemme meinen Blog jetzt ganz sicher nicht mit Buchtipps. Für dieses Buch mache ich aber gerne eine Ausnahme!

Lebenspause

Wie eine Pause vom Leben erscheint mir das erste Dreivierteljahr 2014 im Rückblick. Ich war lange im Krankenhaus. Abgeschnitten von der Welt da draußen. Und ich hatte Angst.

Nun bin ich schon seit einer ganzen Weile wieder „im Leben“. Aber anders. Vieles hat sich verändert. Ich habe mich verändert. Und ich weiß nicht genau, wohin mich das Leben noch führen wird. Ausgestanden ist noch lange nichts, den Alltag prägen Auf und Abs. Meine Kräfte muss ich mir einteilen. Pläne halten oft nicht. Und ich mache immer weniger von ihnen, nehme die Tage so, wie sie kommen.
Medizinisches Rätsel, heißt es. Ich weiß nicht, ob ich die Lösung je erfahren werde und ob ich sie überhaupt wissen will.

Doch ich bin dankbar dafür, wieder im Garten zu sein, den Lauf der Jahreszeiten, die Natur erleben zu dürfen, an Blüten zu schnuppern, mit den Händen in der Erde zu wühlen.

2014-11-10wzWie auch immer es weitergehen wird mit mir, das Gärtnern wird mich weiterhin als Leidenschaft begleiten. Doch meine Art des Gärtnerns wird sich ändern, anpassen an das, was gerade möglich ist, auch an meine veränderte Weise, die Dinge zu sehen. Vieles werde ich wohl oder übel gelassener hinnehmen müssen. Der Garten hat mich schon so viel Geduld und Gelassenheit gelehrt. Das hat mir sicherlich geholfen, dieses Jahr zu überstehen.

Nun möchte ich hier wieder Neues schreiben. Einen Neuanfang machen. Deshalb ist mein Blog auch hierher umgezogen und hat eine eigene Domain bekommen: www.wachsenundwerden.at.
Ich finde, nach sieben Jahren hat er sich ein neues, eigenes Zuhause verdient.
Die alten Beiträge sind alle mitgewandert und so kann ich da anknüpfen, wo ich aufgehört habe, zumindest inhaltlich. Der Schwerpunkt wird weiterhin auf allem liegen, was mit dem Garten zu tun hat, vorwiegend mit Gemüse, Obst und Kräutern, aber auch mit dem Teil des Gartens, der zur „Selbstversorgung“ mit Freude dient! All den Blühpflanzen, die so viel Duft und Farbe ins Leben bringen.
Ab und zu werde ich auch über andere Dinge berichten, die ich mache: Seifensieden, Kosmetik rühren, Häkeln, Stricken oder auch über Ausflüge in die Natur, die mir so wichtig ist.

Begleitet mich also erneut beim Wachsen und Werden!

Ich freue mich auf eure Kommentare, Reaktionen und Erfahrungsberichte und hoffe, den einen oder anderen ein wenig inspirieren zu können!

Herzliche Grüße,
Margit

PS: Ich ersuche euch, eure Linklisten und Feeds entsprechend zu aktualisieren, sofern ihr meinen “alten” Blog schon verlinkt habt. Über neue Verlinkungen von www.wachsenundwerden.at freue ich mich natürlich sehr!

Nachtrag zum Hochleistungsbloggen

Danke für all eure interessanten und ausführlichen Reaktionen auf meinen letzten Beitrag. Ich fühle mich ein klein wenig bestätigt in meinem Eindruck, aber auch in meiner Art zu Bloggen. Es ist schön zu sehen, dass es hier in der Bloggerwelt noch viele Leute gibt, denen es nicht um Perfektion und Wettbewerb geht.

Danke auch Claudia, Heiner und Sisah für das zum Teil recht anschauliche Aufgreifen dieses Themas. Auch bei euch gibt es sehr interessante Kommentare dazu!

Und damit es keine Missverständnisse gibt: Natürlich will ich niemandem seine ganz eigene Art zu Bloggen oder auch zu Gärtnern mies machen. Vielfalt ist etwas Schönes. Mein Beitrag sollte kein Angriff sein, sondern ein – mein – Statement zu einer Entwicklung, die ich schon geraume Zeit beobachte. Ich selber will mich einfach keinem perfektionistischen Diktat beugen. Weder beim Gärntern, noch beim Fotografieren, noch beim Schreiben darüber. Das Leben ist sowieso schon viel zu sehr von Wettbewerb gezeichnet.

In diesem Sinne wird es hier wieder Beiträge geben vom Leben aus und mit dem Garten und vielleicht ein bisschen mehr.

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Auch eure Blogs möchte ich gerne wieder besuchen und soweit es mir zeitlich möglich ist, auch kommentieren. Denn das hat mir immer sehr viel Freude gemacht und mich schon zu Vielem inspiriert!

Danke euch allen!

Vom Hochleistungsbloggen

Mein letzter Post liegt schon viele Monate zurück. Und die Zahl der Blogbeiträge in diesem Jahr ist minimal. Gründe gibt es viele: Ein paar davon lassen sich unter “viel zu wenig Zeit und Ruhe” zusammenfassen. Ein anderer Grund liegt in der Bloggerwelt.

Zunehmend sah ich nur mehr Bilder von perfekten Gärten, perfekten Wohnungen, perfekter Dekoration. Ein regelrechter Wettbewerb. Hochleistungsbloggen.
Mir war und ist, als würde hier nicht gelebt, sondern nur mehr Leben “in Szene gesetzt”, um es zu zeigen. Dekoration statt Leben. Perfektion statt Lebendigkeit. Das ist nun mal nicht meine Art des Bloggens.

Ich möchte nicht in einen Wettbewerb mit Bildern wie aus einem Hochglanzmagazin treten. Ich möchte vom Leben berichten, das sich in einem Garten abspielt, vom Leben mit einem Garten – und auch vom Leben durch den Garten. Und dabei gibt es eben “Schmuddelecken”, es liegen leere Töpfe herum, im Sommer ist fast kein Bild zu machen, auf dem nicht in irgendeiner Ecke ein Schlauch oder ein hässlicher Plastikschlauchwagen zu sehen ist. Vergessene Handschue liegen auf einem Gartentisch, wo wieder keine jahreszeitgemäße Dekoration zu finden ist, sondern nur Zufallsansammlungen. Säcke mit Grünschnitt lagern in einer Ecke, die zu häckseln und verteilen noch keine Zeit war. Unkraut macht sich breit, weil ich lieber im Liegestuhl liege, statt für “Ordnung” zu sorgen. An den überreifen Stachelbeeren machen sich die Amseln zu schaffen, weil ich in diesem Jahr nur wenig Bedarf an Stachelbeeren hatte und den Rest lieber den gefiederten Freunden überlasse. Die verblühten Rosen werden nur halbherzig geschnitten, auch im Vergehen liegt ja noch Schönheit.

2012-12-10wzUnd ja, ich baue Gemüse an. Mittlerweile ist das ja wieder schick geworden. Am Anfang meines Bloggerlebens gab es nicht viele wie mich, die einen großen Teil des Gartens einfach nur dem Zweck widmet, uns auch zu ernähren. Aber ich mache das nicht, weil es gerade schick ist, bunte Melanzani (Auberginen) in schönen Töpfen zu ziehen – wobei es wahnsinnig viele Schönheiten in der Gemüsewelt gibt! -, sondern weil es zu meiner Lebenseinstellung von jeher gehört, möglichst gesund und ökologisch zu leben. Dass vielen Gemüsesorten eine eigene Schönheit innewohnt, ist ein Bonus. Wenn ich schon das Glück  habe, über Grund und Boden verfügen zu können, dann möchte ich zumindest einen Teil davon auch nutzen, um eigene Nahrung anzubauen, gesund, vielfältig, jahreszeitengemäß, biologisch und direkt vor der Wohnzimmertür. Das gibt nun mal keine so hochglanzgeeigneten Bilder. Mein Gemüsegarten führt ein richtiggehendes Eigenleben, und das finde ich gut so. Aber auch in diesem Bereich mag ich keinen Wettbewerb: Ich will nicht jedes Fleckchen mit Essbarem bebauen, um die Super-Selbstversorgerin zu sein. Schließlich soll der Garten auch einfach Zauber und Erholung sein. Raum für Nichts-Tun. Seele-Baumeln.

Und wenn ich schon dabei bin: Auch nervt es mich gewaltig, ständig zu irgendwelchen Blog-Battles (Ich mag keine Schlachten!), Buchbesprechungen (Ich schreibe dann über Bücher, wenn ich mag, und nicht, weil ich ein Buch loben soll, um es gratis zu bekommen!) oder ominösen Plattformen eingeladen zu werden. Anscheinend stößt das aber auf große Resonanz, sonst würde es nicht immer wieder vorkommen. Sieht frau ja daran, in wievielen Blogs Werbung in den Beiträgen um sich gegriffen hat, ob es sich nun um Bücher oder den perfekten Griller, Rasenmäher oder das ultimative Gewächshaus handelt. Als Beitrag getarnte Werbung mag ich gar nicht. Für mich ist ein Blog immer noch etwas Persönliches ohne kommerzielle Absichten. Ich weiß, altmodisch, von vorgestern. Aber ich möchte es auch weiterhin so halten.

Wer mir eine freundliche Mail schreibt, wird eine ebensolche Antwort bekommen (Normalerweise ist das so. In den letzten Monaten habe ich das aus Zeitgründen leider vernachlässigt, ich entschuldige mich bei allen freundlichen AnfragerInnen!). Auf blöde Fragen anworte ich nicht mehr. Beispiel gefällig? “Ich habe die Seite mit verschiedene Tomatensorte gesehen und möchte Sie fragen, wie schwer die größte Tomate war? Wie war das Gewicht?” Ebensowenig auf sogenannte Werbe-Kooperationsanfragen. Oder auf Anfragen zum Linktausch. Wer meinen Blog gut findet, kann ihn verlinken. So halte ich es auch. Getauscht wird da nix.

Wer meine Art zu bloggen mag, ist somit herzlich eingeladen, hier in Zukunft wieder mitzulesen, zu kommentieren oder mich auch anzumailen. Ich freue mich wieder auf euch, auf die Bloggerwelt und die netten Kontakte und Freundschaften, die ich dadurch schon knüpfen konnte! 

Wer auf Perfektion aus ist, einen Garten sehen will, der durchgestylt ist, jederzeit wie aus dem Ei gepellt, stets jahreszeitgemäß dekoriert und geschniegelt, der soll sich lieber eine Zeitschrift kaufen;-)

So, nun auf ins neue Bloggerleben! Ich habe viel nachzuholen.

Ach ja, die Linkliste sollte ich auch überarbeiten. Seid ihr noch alle da wo ihr immer wart?