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Paprika-Tomaten-Letschobasis

Hochsaison für Tomaten und Paprikas! Trotz einiger Ausfälle ist die Paradeiserernte gerade sehr üppig und ich habe schon über 20 Gläser Tomaten-Soßenbasis eingekocht. Jetzt ist Abwechslung gefragt.

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Letschobasis

Zutaten:
Tomaten
Paprikas (egal ob rot, grün, gelb oder orange)
Salz
Olivenöl

Zubereitung:
Tomaten in große Stücke schneiden.
Paprikas in Streifen schneiden.
In einem großen Topf etwas Olivenöl erhitzen, zuerst die Paprikastreifen darin anbraten, dann die Tomatenstücke dazugeben und mit Salz abschmecken.
Das Ganze in Weckgläser füllen, gut verschließen und im Einkochautomat bei 100 Grad 30 Minuten einkochen – oder im Backrohr (Gläser auf das Blech in das noch kalte Backrohr stellen, sodass sie sich nicht berühren. Mit ca. 2 cm Wasser auffüllen. Backrohr auf 170 Grad erhitzen und warten, bis in den Gläsern Bläschen aufsteigen. Dann ausschalten und Gläser im Backrohr abkühlen lassen.).

Verwendung:

Aus dieser Basis lässt sich ganz schnell ein Letscho zubereiten, wie wir es gerne essen, wenn wir in Eile sind: Dazu einfach in Streifen geschnittene Knacker und in Viertelkreise geschnittene Zwiebeln anbraten,  den Glasinhalt dazukippen und noch mit Pfeffer und Salz abschmecken. Dazu gibt es einfach Brot.

Alternativ lässt sich so eine Basis auch als ungarisches Letscho verarbeiten: Geschnittene Zwiebeln anbraten, mit edelsüßem Paprika würzen, mit Essig löschen, pfeffern, Letschobasis dazugeben. Aufkochen. Zu Nudeln servieren.

Variante mit Fleisch: Puten- oder Schweineschnitzel in Olivenöl beidseits anbraten, aus der Pfanne nehmen, salzen, pfeffern, beiseite stellen. In der selben Pfallen dann geschnittene Zwiebeln anbraten, mit edelsüßem (und je nach Vorliebe auch mit scharfem) Paprika würzen, ablöschen mit etwas Essig, die Letschobasis dazugeben und erhitzen. Das Fleisch wieder in die Pfanne dazugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dazu schmecken Nudeln, aber auch Reis.

2015-08-23_02wzWer sich fragt, warum in der Letschobasis keine Zwiebeln sind: Zwiebeln gibt es auch im Winter zu kaufen bzw. sind sie gut lagerfähig. Sie nehmen nur Platz im Glas weg! Paprikas hingegen kommen im Winter aus Spanien und wir kaufen sie nicht. Daher koche ich sehr gerne diese Letschobasis, wenn Tomaten und Paprikas gerade Saison haben und aus dem eigenen Garten kommen bzw. in schlechten Erntejahren von heimischen Bauern zugekauft werden können.

Hodka – Sommerlicher Cocktail

Endlich wird es wieder wärmer! Sonne, Baden, Sommerfeste im Freien werden wieder vorstellbar. Die Luft duftet nach Holunderblüten. Zeit, ein prickelndes sommerliches Getränk anzusetzen.2015-05-29_1wz

Hodka

Zutaten:

30 – 40 Hollerblütendolden (je mehr Blüten, desto intensiver der Geschmack)
1,5 l Mineralwasser, prickelnd
50 g Zitronensäure
550 g Zucker
1,5 l Wodka

Zubereitung:

Die Dolden ungewaschen in einen Topf geben, Zitronensäure dazugeben und mit dem Mineralwasser übergießen.
24 Stunden zugedeckt und kühl stehen lassen.
Dann abseihen, gut ausdrücken, den Wodka dazuschütten und den Zucker darin auflösen.
Abfüllen, verschließen.

Diese Basis dann mit prickelndem Mineralwasser aufspritzen, eine Zitronenspalte und einen Minzeständel (oder auch ein paar Blätter Zitronenmelisse) dazugeben und an einem sommerlich warmen Tag diesen herrlichen Cocktail genießen.

Weitere Holunder-Rezepte:
Hollerblütengelee
Holerblütensirup
Frühlings-Lieblingstee

Senfgurken

Gurkenschwemme! Und zwar absichtlich herbeigeführt, denn wir lieben unsere selber eingelegten Senfgurken!
Dafür eignen sich alle Sorten von Gurken und besonders solche Exemplare, die für den frischen Genuss schon etwas zu reif sind.

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Senfgurken

Zutaten:
Gurken (am besten schon etwas überreif)
Zwiebel
Senfkörner
Lorbeerblätter
Pfeffer
Salz
Zucker
Weißweinessig
Einsiedehilfe (Mag nicht jeder verwenden, ich auch nicht oft. Aber bei der kleinen Menge an Chemie, die wir über’s Essen zu uns nehmen, kann ich das locker vertreten.)

Zubereitung:
Die Gurken waschen, schälen, halbieren und das Kerngehäuse entfernen. Dann in ca. ein cm breite Stücke schneiden und in einen großen Topf geben. Die Gurken mit zwei EL Salz bestreuen und mit soviel Wasser auffüllen, dass die Stücke alle bedeckt sind. 24 Stunden im Kühlen ziehen lassen.
Am nächsten Tag das Wasser abgießen und die Gurkenstücke kurz unter fließendem Wasser abspülen.
Den Sud vorbereiten: 1,5 l Wasser, 1 l Essig, 2 EL Senfkörner, einige Lorbeerblätter, 1 EL Salz, 5 EL Zucker erhitzen. Darin ein Packerl Einsiedehilfe auflösen.

Die Gurken in saubere Twist-Off-Gläser füllen, dazwischen ein paar Senfkörner, Pfefferkörner, Lorbeerblätter und Zwiebelstücke geben (Die Zwiebelstücke schmecken auch hervorragend, also gebe ich immer etwas mehr dazu.). Mit dem heißen Sud auffüllen, eine Lage Cellophan über das Glas legen (sonst  und mit den vorher in kochendem Wasser sterilisierten Deckeln fest verschließen.

2013-09-02_02wzDie auf diese Weise eingemachten Senfgurken bleiben richtig knackig, so wie wir sie gerne essen! Und würden wir sie nicht so gerne essen, dann würden sie im Keller auch einige Jahre halten.

Hollerblütenlikör

Jetzt ist grade die richtige Zeit, Hollerblüten zu ernten und sie zu Köstlichkeiten zu verarbeiten. Den Auftakt habe ich heue gemacht und die ersten geöffneten Blütendolden von unseren beiden Hollerstauden erbeutet.

2013-05-19wzHollerblütenlikör

Zutaten:
Ca. 20 große Hollerblütendolden
350 g Zucker (am besten weißen Kandiszucker)
0,7 l Korn (oder Wodka)
16 g Zitronensäure
1 l Wasser

Blütendolden (nicht waschen, nur Kleingetier abschütteln), Wasser und Zitronensäure in ein Gefäß geben und 24 Stunden kühl gestellt ziehen lassen.
Am folgenden Tag durch ein Tuch filtrieren (gut ausdrücken!) und das Filtrat mit Zucker und Alkohol in einem großen Ansatzgefäß vermischen. Ab und zu schütteln. Wenn sich der Zucker aufgelöst hat, probieren und nach Geschmack noch Süße dazugeben oder auch nicht. Wenn der gewünschte Grad an Süße erreicht ist, kann es an’s Abfüllen gehen.

Beim Abfüllen in Flaschen lasse ich den letzten Rest durch einen Kaffeefilter tropfen, damit der Bodensatz nicht in die Likörflaschen gelangt.

Wir – und auch unsere Gäste – lieben einen Spritzer (oder auch zwei, drei) Hollerblütenlikör ganz besonders in einem Glas Sekt.

Hollerblütensirup

Mittlerweile stehen 12 l frisches Holunderblütensirup im Keller. In unserem Haushalt einer der Hauptdurstlöscher das ganze Jahr über.

2012-05-24wzUnsere beiden Hollerstauden blühen in diesem Jahr ganz besonders üppig, deshalb werde ich wohl noch mehr davon machen. Wir trinken ja keine gekauften Limonaden, Säfte, Eistees, Mineralwasser etc., sondern fast ausschließlich selber erzeugte Säfte und Sirupe und Wasser aus dem eigenen Brunnen. Viele würden das wohl als Verzicht ansehen, für uns ist es ein geschmacklicher, gesundheitlicher und auch finanzieller Gewinn – und für die Umwelt ist es auch gut! Im Gegensatz zu den meisten Haushalten haben wir fast keinen Getränkeverpackungsmüll.

Hollerblütensirup

Zutaten:
Ca. 15 – 20 große, ganz aufgeblühte Hollerblütendolden (nicht waschen und auch nicht nach dem Regen ernten; allfällige Tierchen vorsichtig abschütteln, je mehr Hollerblütendolden, desto mehr Geschmack!)
2 l Wasser
1,5 kg Zucker
40 g Zitronensäure
1 Biozitrone

Zubereitung:
Die Blütendolden und eine in Scheiben geschnittene Zitrone mit 2 l kochendem Wasser übergießen.
Dann Zucker und Zitronensäure einrühren und auflösen.
24 Stunden zugedeckt stehen lassen.
Alles durch ein Tuch abseihen, Blüten ganz fest ausdrücken.
Aufkochen und siedend heiß in saubere Flaschen abfüllen, fest verschließen.
Hält einige Jahre im Keller.

Genossen wird das ganze stark verdünnt mit kaltem Wasser.
Bestens schmeckt auch ein Schuss Sirup in Sekt.

Für die Zubereitung gibt es unzählige verschiedene Varianten. Ich mache das Hollerblütensirup seit vielen Jahren auf diese Weise und wir sind sehr zufrieden mit Geschmack und Haltbarkeit.

Auf ganz ähnliche Weise bereite ich auch noch andere Sirupe aus Kräutern zu (wie in diesem Beitrag schon mal beschrieben), zum Beispiel aus Minze, Zitronenmelisse, Zitronenverbene, Zitronenbasilikum, Fruchtsalbei etc. Der Experimentierfreude sind hier keine Grenzen gesetzt!