Tomatensorten: Die kleinen Mohren

Ich werde die nächsten zwei Monate dazu nutzen, ein kleines Resümee über den Tomatenanbau 2007 zu ziehen und ab und zu einige Sorten näher beschreiben, die ich heuer bzw. teilweise auch schon in den letzten Jahren angebaut habe. Früher habe ich das immer handschriftlich in meinem Gartentagebuch gemacht, jetzt nutze ich den Blog dafür. Ich gehöre aber nicht zu den Menschen, die das Datum der ersten Blüte, des ersten Fruchtansatzes oder der ersten reifen Tomate jeder Sorte notieren, somit wird das keine “wissenschaftliches” Resümee. Auch werde ich sicher nicht alle Sorten beschreiben, die ich angebaut habe.
Natürlich wird es aber auch 2008 wieder viele nicht-gemüsebezogene Posts aus dem Garten geben.

Zu meinen absoluten Favoriten im Anbaujahr 2007 gehört die für mich neue Sorte Die kleinen Mohren. Bezogen habe ich die Samen von Gerhard Bohls SamenArchiv.

2007-08-18_KleineMohren2wzBei den Kleinen Mohren handelt es sich um eine Stabtomaten-Sorte. Angebaut habe ich zwei Pflanzen in Kübeln an der Südwand vor dem Wohnzimmerfenster, zwei habe ich im Gemüsegarten zu Vergleichszwecken ausgepflanzt. Die Tomaten an der Südwand sind durch die Wand im Rücken etwas geschützt vor Wind, vor Regen allerdings trotz des kleinen Dachvorsprungs nicht.

Nach den wirklich früh tragenden kleinen Sorten wie Pendulina, Rosa Ampeltomate oder Tumbling Tom, waren Die kleinen Mohren die ersten “Großen”, die mit reifen Früchten aufwarten konnten.

Die kleinen Mohren gehören zu den schwarzen Tomatensorten. In Wirklichkeit liegt ihre Farbe irgendwo zwischen Dunkelrot und Braun mit einer Zeichnung (“geflammt”) am oberen Ende, die oft ins Dunkelviolett bis Moosgrün geht.

Angeblich kommt die Sorte aus Lettland und soll auch noch unter einigen anderen Namen wie z.B. Prune Noire im Umlauf sein. Mit anderen Sorten wie Black Prince (auch Schwarzer Prinz), Tschörnij Mawr u.a. ist sie eventuell sogar identisch. Letztere steht zu Vergleichszwecken schon auf meinem Anbauplan für nächstes Jahr.

2007-10-02_KleineMohren23wzDie Früchte sind länglich oval und ca. 6 cm lang und 4 cm im Durchmesser.

Geschmacklich sind sie ausgezeichnet, süß, saftig, mild und vielseitig verwendbar für Salate, Soßen und zum So-Essen auch ganz köstlich.

2007-09-04_KleineMohren1wzDiese Sorte hat mich wirklich rundherum begeistert: Geschmacklich ausgezeichnet, äußerst dekorative, wunderschöne Früchte, früh, ausdauernd und reich tragend und dabei sehr robust.

2007-10-02_KleineMohren1wzDie Pflanzen trugen bis zum ersten Frost durchgehend Unmengen von Tomaten. Das Bild oben ist vom 2. Oktober und zeigt die beiden Kleinen Mohren im Gemüsegarten.

Diese Sorte wies als eine der letzten Anzeichen von Phytophtora-Befall auf. Ich habe beim ersten Anzeichen von Befall, so wie ich das immer bei befallenen Tomaten mache, die Pflanze von unten nach oben hin sehr stark “entblättert”. Auch gesunde Blätter habe ich dabei entfernt, um das schnelle Abtrocknen nach einem Regen zu erleichtern. Die kleinen Mohren haben den Phytophtora-Befall weggesteckt wie nix und unbeeindruckt weiter geblüht und gefruchtet und sind anstandslos weiter gereift bis zum Frost. Aus meiner bisherigen Erfahrung gehört sie zu den robustesten Tomatensorten, die ich kenne.

2007-08-18_KleineMohren3wzZwischen den etwas geschützter stehenden Pflanzen im Kübel und den im Gemüsegarten ausgepflanzten konnte ich keinen wesentlichen Unterschied erkennen. Beide wurden von der Braunfäule befallen, beide trugen und wuchsen trotzdem weiter. Die Pflanzen im Gemüsegarten habe ich allerdings im Gegensatz zu den Kübeltomaten mehrtriebig gezogen. Alle drei, vier Triebe haben gefruchtet wie verrückt.

Dieses Jahr werde ich Die kleinen Mohren auf jeden Fall wieder anbauen.

11 Kommentare zu “Tomatensorten: Die kleinen Mohren

  1. Wurzerl

    Eigentlich wollte ich dieses Jahr keine Gießkannen mit Wasser auf den Balkon schleppen um meine Tomaten zu Höchstleistungen anzuspornen. Und jetzt postet Du Tomaten! Leckere Tomaten!! Tomaten, die eine Augenweide sind!!! Wääääääääh, ich wollte doch keine Gießkannen mehr schleppen, aber nun muß ich wohl doch.Kismet!
    Liebe Margit, ich wünsche Dir ein schönes Wochenende, Wurzerl

  2. Eles Kleine Wunderwelt

    Liebe Margit,
    also von dieser Tomatensorte hatte ich vorher noch nie gehört, aber Gott sei Dank habe ich durch deinen informativen Beitrag wieder dazugelernt!
    Ich hatte früher auch immer Tomaten im Garten, durch andauernde schlechte Ernte bin ich aber im Laufe der Jahre vom Anbau abgekommen. Du machst mir Mut es doch wieder zu versuchen.
    Ein schönes Wochenende für dich
    Gabriele

  3. Birgit

    Eine schöne Tomaten-Lehrstund für mich Tomaten-Fan. Ich liebe Tomaten, gerade im Sommer. Als Salat, mit Mozzarella, ich schmecke es förmlich beim Anblick Deiner Bilder. Leider habe ich mit dem Anbau noch nie Glück gehabt. Immer Braunfäule u. ä. Irgendwann habe ich es aufgegeben und angefangen, sie beim Türken zu kaufen.

    Liebe Grüße, Birgit

  4. Saba

    hallo, mein kleiner Garten ist ja in einer Gartenanlage, seit 7 Jahren habe ich ihn und seit 7 Jahren nur Mißerfolge mit Tomaten…sie sahen oft sehr schlimm aus…also habe ich für 2008 entschieden, den Ärger mir nicht wieder zu machen…Tomaten sind out !

    erfolgreiche Grüße von
    Saba

  5. Romy

    Oj Margit, das imponiert mir sehr.
    Mit Tomaten habe ich bisher all die Jahre kein Erfolg gehabt. Ich habe sogar Pferdemist aufgesammelt.
    Deine informative Beschreibung und schöne Bilder sind verlockend, aber ich lege meine Tomatenenergie auf anderes.

    LG *R*

  6. Brigitte

    Liebe Margit,
    jetzt bin ich froh, dass ich heute abend noch hier reingelesen habe, denn diese Sorte habe ich mir nun aufgeschrieben. Und werde weitere Posts diesbezüglich gerne verfolgen. Wir sind nämlich Tomatennieten! Irgendwie können wir das nicht. Aber ich finde, man kann immer was lernen. Außerdem ist mir beim Anblick deiner Tomaten das Wasser im Mund zusammengelaufen!
    Viele liebe Grüße, Brigitte

  7. Jutta

    Liebe Margit
    Danke dass du so fleißig bei mir vorbei schaust.Sehr interessant dein Post, die kleine Möhre habe ich noch nie gehört. Man freut sich immer wenn man mit einer Pflanze grossen Erfolg hat, dann baut man mit guten Gefühl und Vorfreude wieder an.
    Meine Nachbarin hatte auch Tomaten die sahen wie die deinen aus, nur hießen die Eiertomaten.
    Wir hatten im letzten Jahr keine Probleme mit den Tomaten,keine Braunfaule , nix. Weil Helmut ein fixes Tomatenhaus gebaut hat, wir waren es leid , dass der Regen und die Kälte den Pflanzen sehr zusetzte.Ich werde demnächst posten, ich hatte es zwar auf meinen ersten Blog schon einmal gebracht, aber ich löschte ihn damals und ging zu euch “Google “Damen.
    Es grüßt dich Jutta

  8. Ulinne

    Danke für den Sorten-Tipp, liebe Margit. Ist notiert. 😉
    Wir haben vor zwei oder drei Jahren mal “Mariannas Peace” ausprobiert, eine köstliche Fleischtomate mit riesigen Früchten. Ich mag lieber kleine, süße, aromatische und meine immer, die dicken schmecken in der Regel eher laff. Aber die MP war wirklich sehr würzig, und nicht nur mein Michi-Mann, der mehr auf die Dicken steht, war wirklich begeistert. Im Jahr nach dem Samen-Kauf ist uns auch mal die Nachzucht gelungen, doch das war ein Regenjahr, und von daher hatten wir nicht viel davon, so dass wir erst mal wieder davon weg gekommen sind.
    Schöne Bilder haste von deinen Tomaten gemacht. Hach, da kriegt man wieder richtig Lust, hinein zu beißen … 😉
    LG – Ulrike

  9. Ute

    Liebe Margit,
    ein sehr schöner und informativer Post über Tomaten. Da bin ich mal gespannt, wie deine Kultur in diesem Jahr gerät. Wir sehen ja sicher noch mehr. Ich habe auch ganz gute Erfahrung mit dem Tomatenanbau in Kübeln gemacht, bin aber für Ratschläge immer offen. Auch dein Steinpyramiden-Post hat mir übrigens gut gefallen. Bis bald, viele Grüße von Ute

  10. Barbara

    Du machst mir Lust (und auch Mut!) auf das erneute Versuchen mit der Tomatenkultur. Deine Beschreibungen der verschiedenen Sorten werde ich somit ganz genau verfolgen…Also hast du doch ab und zu auch mal eine kranke Tomatenpflanze, aber es scheint, dass bei rechtzeitigem Eingreifen, die Ernte gerettet werden kann. Ich mag im Gemüsegarten einfach keine chemischen “Bekämpfungsmittel”….so nach dem Motto, wenn schon Gemüse aus dem Garten, dann ganz natürlich!
    Eine gute Woche, liebe Margit, und lieben Gruss,
    Barbara

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