Tomaten-Zwischenbilanz

Das Saisonende kann schneller kommen, als mir lieb ist. Daher ist es allerhöchste Zeit für eine Tomaten-Zwischenbilanz.

2009-09-04_06wz

Blick in den Gemüsegarten – Tomaten dominieren noch immer das Bild

Das Wetter war in diesem Jahr kein tomatenfreundliches. Viel zu viel Regen, dazwischen drückende Schwüle. Sehr “pilzfreundliches” Wetter also. Schon Ende Juli entdeckte ich an einigen Tomatenstängeln Braunfäulestellen. Wie immer habe ich radikal alle Blätter von unten her entfernt und nur die oberen, gesunden stehen gelassen. So konnten die Pflanzen schneller abtrocknen – manchmal mag ich den Wind in unserer Gegend ja doch. Ich hatte Glück: Bisher musste ich keine Pflanze entfernen, alle wuchsen und trugen weiter.

2009-09-04_05wz

Noch viele unreife Tomaten im Gemüsegarten – sie blühen, wachsen, reifen weiter

Tomatenliebhaber mit Glashäusern jammerten in diesem Sommer darüber, dass die Luftfeuchtigkeit nicht aus den Tomatenhäusern zu bekommen war. Da bin ich dann wieder froh, dass meine Paradeiser fast alle im Freiland bzw. in Töpfen an Hauswänden stehen, wo sie bei Regen zwar nass werden – auch unser Dachvorsprung ist viel zu schmal, um sie davor zu schützen -, aber wenigstens alles wieder halbwegs rasch abtrocknen kann.

2009-09-04_07wz

Striped Turkish” trägt noch Unmengen unreifer Früchte

Im Gemüsegarten musste ich für einige ganz eifrige Paradeiser, die oben an den Stangen angekommen waren, Schnüre quer über Kopf spannen. Ich brachte es einfach nicht über’s Herz, sie zu kappen.

2009-09-04_01wzMoskovskij Delikates und Die Kleinen Mohren gehören zu den hohen Sorten im Gemüsegarten, die jetzt auch horizontal weiterwachsen dürfen.

2009-09-04_04wz

Moskovskij Delikates

Sie lohnen es mir, der Himmel hängt voller Moskauer Delikatessen.

Auf der Terrasse ist der Himmel voller Carnicas.

2009-09-04_02wzEin wunderschöner Anblick, wenn man darunter steht. Wie Trauben hängen die Paradeiser unter dem Terrassendach. So schön, dass ich es kaum wage, davon zu ernten.

Von unten bietet sich dieser Blick auf die Terrasse: Die kleinen Hängetomatensorten (Tumbling Tom Red, Green Sausage u.a.) in den Balkonkisterln fruchten noch immer, wenn auch nicht mehr so massenhaft wie zu Anfang der Saison.

2009-09-04_08wzAm Fuß der Terrasse stehen drei Tangellas. Sie sind schon bis zur halben Höhe abgeerntet und blattlos, nähern sich aber schon rasant den von oben herunterhängenden Sorten.

Von Tangella bin ich einfach jedes Jahr auf’s Neue begeistert. Sie trägt massenhaft in riesigen Rispen, die mehr Trauben gleichen.

2009-09-04_03wzStellvertretend für die vielen Töpfe an drei Hauswänden zeige ich einige, die vor dem Wohnzimmerfenster an Seilen hochklettern. Sie haben alle schon lange das obere Seilende erreicht, ich musste sie kappen. Die beiden Pflanzen rechts sind Mallorquinische Hängetomaten, Spanierinnen von Daniela. Sie tragen richtig große Paradeiser in richtig großen Trauben! (Vorstellung folgt im Winter.)

2009-09-04_09wzMein Fazit bisher: Trotz des sommerlichen, lang anhaltenden Zwischentiefs in Bezug auf die Tomaten haben sich alle wieder gut gefangen. Mit der Ernte bin ich hochzufrieden. Seit Wochen schon koche ich ein, trockne, friere ein, verschenke, lasse verkosten und koche eine Vielzahl an Gerichten mit Paradeisern. Und: Wir haben noch lange nicht genug davon!

12 Kommentare zu “Tomaten-Zwischenbilanz

  1. Iris

    Deine Tangellas sehen wirklich zum Anbeißen aus. Und die leuchtend-orangen Tomatentrauben sind auch noch sehr dekorativ finde ich.
    Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende,
    Iris

  2. Margit

    Liebe Monika, ich habe schon alles mögliche über die Braunfäule gelesen – die Sporen würden im Boden überwintern, die Sporen würden nur von lebendem Gewebe übertragen etc. Eine Zeit lang habe ich alle meine Tomatenstöcke und -schnüre desinfiziert. Irgendwann ist es mir zu blöd geworden und seither pflanze ich die Tomaten jedes Jahr an denselben Platz, auch die Erde in den Töpfen tausche ich nicht mehr völlig aus, es wird auch nix mehr desinfiziert. Und: Ich habe gesehen, dass das alles keinen Unterschied macht. Wenn sie kommt, hat man Pech. Wichtiger scheint mir, die kleinen Pflanzen wirklich gut abzuhärten und zu stärken, viel Blattwerk zu entfernen und so für eine gute Durchlüftung zu sorgen. Auf diese Weise tragen sogar befallene Pflanzen noch lange weiter gesunde Tomaten.
    Habe deine Fragen gerade nochmals gelesen: Nein, nur ein Teil meiner Tomaten steht in Töpfen, der Rest, ungefähr die Hälfte, ungeschützt im Gemüsegarten.
    Liebe Grüße – nur nicht entmutigen lassen, Margit

  3. Brigitte

    Also, du kannst dich wirklich nicht beklagen! Der Ausdruck “wie die Trauben” ist sehr zutreffend. Ganz so sah es bei mir ja nicht aus, aber auch ich darf sagen, dass sie sich wieder gefangen haben. Verwandte in Wales bauen auch immer Tomaten an, sie haben auch eine Wahnsinnsernte. Wir hier ernten immer auch noch, mäßig, aber regelmäßig!

    Lieben Gruss, Brigitte

  4. stadtgarten

    Liebe Margit,
    wenn ich Deine Tomaten-posts lese und die Photos sehe, bin ich immer wieder fasziniert! Hast Du die Tomaten denn alle in Töpfen??? Die Unterpflöanzung mit Chilies ist ja eine gute Idee, das muss ich mir für nächstes Jahr merken.
    Ich hatte ja dieses Jahr zum ersten Mal seit langem wieder mal Tomaten, aber,wie Du ja auch schreibst, es war irgendwie kein Tomatenjahr! Ich konnte zwar einiges ernten, aber lange nicht in der erhofften Menge, denn die Braunfäule war dann von einem auf den anderen Tag plötzlich da. Für nächstes Jahr muss ich mir da was einfallen lassen. Könnte ich die Tomaten denn noch mal an die gleiche Stelle pflanzen? Oder vielleicht doch in Töpfe – aber da verzweifelt dann unsere Nachbarin, die sie während unseres Urlaubes gießen muss…
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende, liebe Grüße, Monika

  5. Fuchsienrot

    Liebe Margit,
    immer wieder sehe ich mir staunend und bewundernd die Fotos aus deiner “Tomatenplantage” an. Einfach gigantisch! Dieser Post beweist wieder einmal, dass Tomaten nicht nur gut schmecken sondern auch sehr dekorativ aussehen können.
    LG
    Angelika

  6. Gerry

    Ich kann mich nur den anderen anschließen: Das sind ja wirklich Unmengen an Paradeiser! Ich bin allerdings mit meiner Ernte in Salzburg auch sehr zufrieden – auch wenn ich mir eine Spur größtere Cocktailtomaten gewünscht hätte. Aber sie trugen und tragen massig. Werde da in den nächsten Tagen auch mal ein paar Zeilen drüber schreiben 🙂

    Ich hoffe, dass bei Dir jene auf den Stauden noch rot werden – wir sind ja schon mit Riesenschritten Richtung Herbst unterwegs…

  7. Margit

    @ Karla: Die Töpfe schauen nur so klein aus auf den Bildern, sie sind so groß, dass sich darin je eine wirklich große Tomate und eine darunter gepflanzte Chili- bzw. Paprikapflanze wohlfühlen. Ich musste sie heuer nie öfter als einmal täglich gießen. Paradeiser ist hier in Österreich ein durchaus gängiges Wort für Tomaten.
    Liebe Grüße, Margit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.