Gärtnern ist keine Idylle

Welcher Schwächling muss dran glauben?

2009-10-27wzZu meiner Frühstückslektüre gehört neben einer aktuellen Tageszeitung das österreichische Nachrichtenmagazin “Profil”. Überraschenderweise stieß ich in einem Interview mit dem Regisseur Lars von Trier auf das Thema Garten:

profil: Sie beschäftigen sich privat viel mit Ihrem Garten, aber ich habe den Verdacht, dass das für Sie auch kein Idyll ist.

Lars von Trier: Man denkt immer, Gärtnern sei so erholsam. Aber was man wirklich tut: Man ist eine Art Hitler im eigenen Garten. Erst räumt man alles weg, dann pflanzt man Samen, und wann immer ein Halm kommt, entscheidet man, welche Rasse man züchtet. Wenn etwas wächst, bringt man zuerst die Schwachen um. Und am Ende bringt man alle um – und isst sie.

(profil, Nr. 44, 40. Jg., 23. Oktober 2009)

Eigentlich wollte ich ja jetzt in den Garten – aber nun bin ich unsicher, ob ich dieses Schlachtfeld noch guten Gewissens betreten kann;-)

13 Kommentare zu “Gärtnern ist keine Idylle

  1. Frauke

    dieser Kommentar von L.v.T. zum Garten ist völlig daneben!
    ich hatte ihn auch schon mal gelesen und ihn erst einmal ignoriert.
    Doch dass allein reicht nicht:
    solche Denkweisem sind gefährlich und verharmlosen Taten, die wirklich geschehen sind, so brutal und unmenschlich , dies darf nie vergessen werden.

    Frauke

  2. Brigitte

    Oweia! Betrete ruhigen Gewissens deinen Garten. Man muss diesen Leuten einfach nicht zuviel Aufmerksamkeit schenken, dann verstummen sie ganz von selbst.

    Lieben Gruss, Brigitte

  3. Andrea

    Ein knallharter Vergleich, der erst mal im Hals stecken bleibt, aber an den man sich erinnert. Mir tut es auch leid, wenn ich aussortieren muss. Immer bring es nicht fertig, da bin ich zu “weich”.
    Auf in den Kampf, Gärtner, aber erst wieder im Frühjahr. LG Andrea

  4. Birgit

    Na ja Hitler im Vergleich zu einem Garten. Ich weiß ja nicht. Ich würde einfach solche Artikel ignorieren. Geh raus und genieße Deinen Garten und die nötige Arbeit darin, liebe Margit.
    Liebe Grüße
    Birgit

  5. SchneiderHein

    Den Vergleich finde ich ebenfalls mehr als unpassend.

    Aber zu dem Thema passt mein gerade fertig gewordener Post ja perfekt. Denn im Vergleich zu unserem frühren Konzept hat uns unser Garten verändert, und die Bloggerwelt hat im Laufe der 2 1/2 Jahre nochmals so manches Garten-Verhalten bei uns in Frage gestellt.
    Aber ausgerechnet heute will ich den Ahorn, der sich vor über 13 Jahren zu dicht am Hausfundament ausgesamt hat, fällen. Einerseits zum Schutz der Bausubstanz und andererseits, da wir wieder Dach- und Zimmerdecken-Bewohner haben, die solche Gelegenheiten nur allzugern als Kletterhilfen nutzen – zu viel Natur 🙁
    Die Entscheidung wann und wieviel ich dem Garten und den dort befindlichen Pflanzen meinen Gestaltungswillen aufzwinge, bzw. aufzwingen muss, da er sonst meine Nachbarn ärgert, fällt mir immer schwerer. Denn vielesregelt die Natur auf interessante Weise selbst. Nur darum versuche ich mich auch immer öfter zurückzupfeifen, wenn ich wieder neue interessante Pflanzen entdecke …
    Liebe Grüße
    Silke

  6. Elke

    Hm, also der Vergleich mit Hitler ist mehr als provokant, ich finde ihn geschmacklos. Natürlich kann sich der Gärtner nicht nur ins Stühlchen setzen und alles wachsen lassen wie es will, das wissen wir alle. Dennoch bleibt für mich ein schöner, großer Garten eine Idylle und ich denke, dieser Herr wollte mit seiner Aussage auffallen. Wahrscheinlich hätte man ihn sonst überlesen.
    Lieben Gruß
    Elke

  7. Sisah

    Provokante, überzeichnete Formulierungen sind immer Anlass für Diskussionen. So auch der merkwürdige Vergleich des Herrn von Triers eines Gärtners mit Hitler; es funktioniert jedesmal, wenn dieser Mensch und seine verbrecherischen Ideen zum Vergleich mit irgendetwas herangezogen werden- in letzter Zeit zunehmend, habe ich den Eindruck. Aber gleichzeitig für mich auch immer ein Totschlagrgument, was abschreckt ein Gespräch oder eine Diskussion weiterführen zu wollen.
    Lars von Trier meint sicherlich den Umgang mit Macht, den selbst ein Gärtner lernen muss, wenn er einen Garten anlegen will. Meint Herr von Trier mit seiner (schwachsinnigen) Aussage etwa, das alle gärtnernden Menschen, die einen Garten anlegen ihn nur anlegen, um Macht über Pflanzen zu haben und sie dann zu missbrauchen??
    Übrigens bringe ich in meinem Garten nicht die Schwachen um, sondern versuche einen unendlichen Kampf gegen den starken Giersch, der in meinem Garten immer wieder versucht mit Beete zu unterwandern.
    Außerdem bin ich als Gärtner nicht automatisch Züchter, wie Herr von Trier meint….wieso gehe ich eigentlich hier auf so eine blöde Provokation ein?
    LG
    Sisah

  8. Barbara

    Ups, da ist etwas scharf (und wie ich finde unpassend) geschossen worden mit dem Vergleich. Aber der Gedankengang ist nachvollziehbar, auch wenn ich persönlich mich immer schwer tue im Garten hart durchzugreifen….mit Ausnahme des Unkrauts, dem es doch ab und zu an den Kragen, bzw. Wurzel geht 🙂 !!
    Liebe Grüsse,
    Barbara

  9. Frieda

    Ehrlich gesagt,schau ich jetzt irgendwie komisch drein,nachdem ich die Zeilen gelesen habe.
    Wie kann man bloss auf solche Gedanken kommen,einen Gärtner mit Hitler zu vergleichen.

    Sorry,ich kanns nicht interessant finden.

    Solch komplizierte Denkweisen sind mir fremd.

    *achselzuck*

    lg Frieda

  10. Teresa

    Einer meiner liebsten Gartensprüche: ” Der Gärtner braucht ein hartes Herz und eine scharfe Schere” ich liebe diesen Spruch und wende ihn auch an 🙂
    Ich hol mir jetzt mein Profil und lese das Interview nach…
    Liebe Grüße
    Teresa

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