Das große Fressen oder Abschied vom Buchs

In wie vielen Blogs gab es schon diesen Titel in den letzten Jahren? In viel zu vielen.

2013-01-07_01wzLetztes Jahr war es auch hier so weit: Der Buchsbaumzünsler, der sich in den letzten Jahren langsam unserer Region genähert hat, ist angekommen. Und wie. Im Osten von Wien und hier bei uns im Ort konnte man dem großen Fressen zuschauen. Frische, grüne Buchshecken und -kugeln waren innerhalb von drei Tagen kahlgefressen.

2013-01-07_02wzUnseren Garten hat es natürlich ganz genauso erwischt, zumal wir keine Chemie anwenden wollen (wie so viele andere hier) und das Absammeln dieser Mengen an Raupen und Buchspflanzen eine wahre Sisyphosarbeit wäre. Die Vorstellung, dass schon im Nu die nächste Generation der gefräßigen Raupen heranwachsen würde, machte die Entscheidung leicht: Ratzfatz raus mit dem Buchs.
Ich hatte mich ja in den letzten Jahren angesichts des Buchsbaumpilzes und des -zünslers innerlich darauf vorbereitet. Somit traf es mich nicht ganz so hart.

Wer unseren Garten oder Bilder davon kennt, wird sich vielleicht fragen, wo es denn hier gar so viel Buchs gegeben hat? Überall! Nur meist so eingesetzt, dass er in der “grünen” Jahreszeit nicht so ins Auge fiel:

In Beete integriert.2013-01-07_05wz

Vor Holzzäunen, wo Buchse im Winter etwas Grün für das Auge geliefert haben.2013-01-07_06wz

An den vielen Mauern und Betonelementen im Garten, einem Relikt der 70er-Jahre, um den sonst trostlosen Anblick im Winter abzufangen oder als Abschlusspunkt in Beeten.2013-01-07_07wz

Als Trennelement, um verschiedene Gartenbereiche immergrün abzuschirmen. Wie hier am Foto hinter der linken Liege am Teich der fast zwei Meter hohe, frei wachsende Buchs.2013-01-07_03wz

Ebenso zu finden war er als Beetumrandung, um Rasenkantensteine zu kaschieren oder in Form kleiner Kugeln als immergrüner Wegbegleiter in andere Gartenbereiche. Viele Buchskugeln waren unter Laub abwerfenden Sträuchern, kamen also erst im späten Herbst zur Geltung und verliehen dem Garten auch in der blattlosen Zeit Struktur.2013-01-07_04wz

So richtig leid ist mir um zwei alte Buchse, über zwei Meter hoch und sehr breit, und die große Kugel am Hausaufgang, die erste, damals noch winzige Pflanze, die wir beim Einzug gepflanzt haben.

In zwei Durchgängen haben wir Ende des Sommers fast alle Buchse radikal entfernt und entsorgt. Jetzt im Winter nach dem Blattfall sind wieder ein paar zum Vorschein gekommen, die noch weg müssen. Dann ist es getan.

Ein paar Zäunchen und einige der größeren Kugeln sind mittlerweile ersetzt durch andere Pflanzen. Denn in den letzten drei, vier Jahren, in denen ich das große Fressen schon kommen sah, habe ich einiges an Buchsersatz hier im Garten getestet. Mit recht unterschiedlichen Resultaten. Von diesen Erfahrungen kann ich jetzt profitieren. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag!

16 Kommentare zu “Das große Fressen oder Abschied vom Buchs

  1. Markus

    Also ich kann auf jeden Fall Bacillus Thuringensis empfehlen. Dank des Insektengifts, konnte ich den Befall durch den Buchsbaumzünsler frühzeitig erfolgreich Bekämpfen und habe größerer Schäden vermieden. Wichtig ist vor allem, dass man regelmäßig seine Buchsbäume kontrolliert, wenn man was das man in einem gefährdetem Gebiet wohnt. Eine Rechtzeitige Erkennung ist das A und O bei der Bekämpfung ohne frühzeitige Erkennung hilft bie diesen Schädlingen leider das beste Gift so gut wie nicht und man kann die Buchsbäume wegwerfen…

  2. SchneiderHein

    Liebe Margit,
    das sind zwei sehr interessante Beiträge. Ich sehe mir unsere teilweise über 20 Jahr alten Büsche auch immer besorgter an – bzw. auch die im Garten meiner Mutter. In beiden Gärten fangen die Büsche an zu schwächeln und daran sind nicht nur Katzen schuld …

    Da die von Carmen vorgeschlagenen Eiben aber auch schon weißen Pilzbelag bei uns tragen und auch andere Probleme haben, ist wohl die richtige Mischung das Sinnvollste. Denn ‘Monokultur’ in Bezug auf immergrüne Bepflanzung war noch nie eine gute Idee. Auch Wachholder, andere Koniferen, Kirschlorbeer, Rhododendren & Co haben ihre Tücken.

    Nun bin ich also dank Deiner Schilderung gut vorgewarnt und werde notfalls solche Sträucher, die ähnlich kahl wie bei Dir aussehen einfach irgendwann runterschneiden und das Schnittgut verbrennen. Dann düngen, gießen und abwarten. Neuer Buchs kommt mir schon lange nicht mehr in den Garten. Und wenn ein Dekostöckchen später unbedingt im Topf wurzeln will, dann darf es in den Garten. Ansonsten stehen fast alle Sträucher strategisch so, dass ich inzwischen auch auf sie verzichten könnte, was aber doch mehr als schade wäre …
    LG Silke

  3. Ein Schweizer Garten

    Liebe Margit, du schreibst das so leicht, mir fällt es unglaublich schwer loszulassen, da sich der Buchs trotz Pilz und Zünsler immer wieder erholt!
    Gegen den Zünsler habe ich im letzten Herbst einmalig mit dem biol.Mittel Delfin gespritzt, das scheint gewirkt zu haben. Die befallenen Kugeln bekommen vorbeugend eine Kur mit EM und nur die unrettbaren Buchse werden gegen Eibenkugeln ersetzt. Diese sind in unserem Gartencenter wenigstens noch zu einem erschwinglichen Preis zu haben. Ganz verzichten auf wintergrüne Strukturgeber möchte ich nicht! Sie machen den Winter erträglicher!
    Lg Carmen, ich bin schon sehr gespannt auf deinen nächsten Beitrag!

  4. Hillside Garden

    Wir werden es machen wie du, das haben wir uns vorgenommen, wenn die Zünsler hier angekommen sind. Ich habe zwei riesige Kugeln, um die tuts mir leid, aber da kommen dann Eiben hin, das steht schon fest.

    Sigrun

  5. Margrit

    Ach je, das ist traurig. Ich hoffe sehr, dass wir verschont bleiben. Gift würde ich auch nicht einsetzen, dann lieber ohne Buchs, was mir sehr schwerfallen würde. Ich mag ihn nämlich sehr gerne. Und wenn man bedenkt, wie lange er immer braucht bis er einigermaßen groß ist, ist es doppelt traurig.
    Ich bin gespannt, was du getestet hast.

    Viele Grüße
    Margrit

  6. Brigitte

    Ich hatte noch nie Buchs im Garten. Durfte aber letzten Sommer die tomatenbegeisterte Gemüseeule absammeln, das war auch was Nettes.

    Hätte ich jedoch Buchs, dann würde ich mich auch gewaltig ärgern. Schade, wenn man so große Pflanzen dann einfach entsorgen muss. Als einzige Lösung. Aber auf Chemie würde ich auch verzichten.

    Herzlichen Gruß, Brigitte

  7. Elke

    Das ist wirklich sehr schade und tut mir leid für die Gärten, die sich mit den Buchsen soviel Mühe gegeben haben. Bei mir im Garten gibt es keinen – ich mag ihn einfach nicht, kann also in dieser Hinsicht auch nichts passieren. Hat auch was Gutes.
    Lieben Gruß
    Elke

  8. Iris

    Hallo Margit,

    Du beschreibst Deinen Buchsabschied hier zwar relativ trocken, aber ich kann mir vorstellen, wie schwer Dir dieser radikale Schritt gefallen sein muss – gerade bei dem Gedanken daran, wie viel Zeit und liebevolle Pflege so eine Buchskugel braucht bis sie groß ist. Aber ich hätte mich vermutlich genauso entschieden – nach der Devise: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

    Auch ich habe mich bei der Planung unseres neuen Gartens mit diesen beiden grassierenden Buchsplagen auseinandergesetzt und für mich entschieden, dass ich besser gleich ganz auf Buchs verzichte. Allerdings habe ich dann zum Richtfest zwei Buchskugeln geschenkt bekommen (was ich dann wieder sehr nett und großzügig fand) und aus dem Ex-Garten meiner Mutter eine kleine Buchshecke übernommen. Daraus hab ich nun eine Umrandung für ein Rondell gemacht und zwei kleine Buchskügelchen für unseren Vorgarten – mit dem Hintergedanken: “Wachst so lange es gutgeht”. Wenn diese wenigen Buchse dann doch eines Tages von einem dieser Schädlinge befallen werden, tausche ich sie eben gegen die Heckenmyrte ‘Maigrün’ aus. Die hab ich auf einem Grab, das ich pflege, schon ein paar Jahre getestet und für gut befunden.

    Allerdings müssen wir GärtnerInnen uns auch ehrlicherweise eingestehen, dass wir selbst eine gehörige Portion Schuld an der rasanten Ausbreitung solcher Schädlinge tragen: Buchs ist immerhin schon seit Jahrzehnten eine beliebte ‘In’-Pflanze, die in fast jedem Garten zu finden ist. Und ein derart flächendeckend vorhandenes Nahrungsangebot ist ja geradezu ein Tischlein-deck-dich für Schädlinge.

    Herzliche Grüße und möge Dein Gartenjahr 2013 erfreulicher weitergehen als es begann,

    Iris

  9. Elisabeth Firsching

    Ich kann dich gut verstehen, bei uns im Bezirk Mödling gab es auch einen massiven Befall und in unserem Garten einigen Schaden. Besonders leid tat es mir um den mehrere Jahrzehnte alten Buchs in der alten Gartenecke. Wir hatten den Schaden schon vorletzte Gartensaison. Ich habe aus den Raupen eine homöopathische Essenz gegen den Spanner gemacht (abgesammelt, verascht und dann zur 12er Potenz verschüttelt. Wir haben das letzte Gartensaison immer wieder gespritzt, ca alle 4 Wochen. Die Buchse haben natürlich schön ausgetrieben, aber einen neuerlichen Befall würden sie nicht überleben und es sind auch einige ganz abgestorben. Aber wir konnten doch einige bisher retten, mal sehen. Für eine Erfolgsmeldung ist es sicher noch zu früh, wir müssen einfach abwarten, wieder spritzen und sehen, ob es dieses Jahr wieder klappt.
    Ich kann gut verstehen, dass du alle Buchse entfernt hast, es dauert ja eher lange, bis sie wieder schön aussehen.
    Liebe Grüße
    Elisabeth

  10. Sisah vom Fließtal

    Ach du meine Güte, der Schaden ist ja beachtlich. Mit dem Thema habe ich mich bisher nur am Rande beschäftigt, offenbar ist der Zünsler noch nicht bis in den Norden vorgestoßen. Massenvermehrung von Schädlingen gbt es ja immer mal wieder, und dann verschwinden sie wieder. Vielleicht berichtest etwas über die vermuteten Ursachen dieser ‘Plage’..bei der Bekämfung solcher Massenvermehrungen kann man sich sicher nicht auf natürliche Feinde verlassen. Gegen den Einsatz von Gift bin ich ebenfalls , aber vielleicht kann man ja einem Befall vorbeugen? Hier ist jedenfalls noch nichts….
    LG
    Sisah

  11. Kathrin

    Liebe Margit, mit dem neuen Garten haben wir eine wunderschöne Buchsbaumhecke mitgekauft, ich bin gespannt, wie lange wir Freude an dieser haben werden, bevor der Buchsbaumzünsler auch hier einfällt. Da wir den Garten ohnehin umgestalten, habe ich zumindest Zeit mir etwas Neues einfallen zu lassen.

    lg kathrin

  12. Margit

    @ Soni: Leider waren auch die großen, ungeschnittenen Buchssträucher genauso befallen. Die vielen Vögel bei uns im Garten waren an den Zünslerraupen gänzlich uninteressiert.

  13. Soni

    Ich finde es super, dass Ihr trotz dem Befall kein Gift einsetzt. Ich hatte auch den Buchsbaumzünsler im Garten, habe einen grossen Buchsbusch und eine Hecke. Beide wachsen aber wild, sind also nicht durch den Schnitt geschlossen und daher wohnen auch Vögel im Buchs. Das hat ihm wahrscheinlich das Leben gerettet und die Vögel haben da einiges an Raupen vernichtet. Ich hätte ihn aber auch lieber entfernt, als Gift einzusetzen.

    LG Soni

  14. Margit

    @ Lis: Da wünsche ich dir aber ganz dringend ganz andere Träume!!
    @ Birgit: Nein, zu retten ist da nichts mehr. Alle befallen. Und ich will mich nicht jedes Jahr darüber ärgern und bekämpfen. Hecken hatten wir auch viele Meter, aber niedrige, so um die 25 – 30 cm hoch. Auch die mussten weichen.
    Hoffentlich könnt ihr eure Buchse noch lange genießen!
    Liebe Grüße
    Margit

  15. Garden Cats + Crafts

    Och je, bei Euch auch !!!
    Liebe Margit, auch wir sind bislang verschont geblieben. Es wäre schon tragisch, wenn ich meine ganzen Buchshecken entfernen müsste. Aber auch bei Euch finde ich es total schade, auch wenn es nur einzelne Pflanzen sind. Sie werden bestimmt eine Lücke hinterlassen.
    Vielleicht ist ja doch noch die eine oder andere zu retten. Das würde ich Euch wünschen.
    Viele liebe Grüße
    Birgit

  16. Lis

    Bis jetzt wurden unsere Buchse noch verschont, aber ich frag mich schon die ganze Zeit wann es auch hier los geht? Wir haben ja sehr viele Buchse, zum Teil als Kugeln, aber auch als Einfassungen. Ich mag gar nicht daran denken wie unser Garten ohne dieses beruhigende Grün aussehen würde, bestimmt träume ich heute Nacht davon…..

    LG Lis

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