Schnäppchenjäger aufgepasst: Farfalle mit Löwenzahn

Auf Schnäppchenjagd zu sein, ist für manche ja quasi Lebensinhalt heutzutage. Warum nicht mal im eigenen Rasen auf Schnäppchenjagd gehen? Die Gratiszutat für ein köstliches Essen, noch dazu mit einer schier unglaublichen Menge an gesunden Inhaltsstoffen, wartet dort auf euch! Aber nur dann, wenn ihr den Rasen Wiese sein lässt.

Hier ein Rezept mit dem wunderbaren Löwenzahn, der in unserem Garten herzlich willkommen ist:

Farfalle mit Löwenzahn

Zutaten:
Farfalle
Löwenzahnblätter (Viele! Sie fallen beim Kochen sehr zusammen.)
eine große Zwiebel
Weißwein
Schlagobers
Creme fraiche
Salz
Pfeffer
geriebener Parmesan
Olivenöl
Gemüsebrühe

Zubereitung:
Die Farfalle bissfest kochen.
Die Löwenzahnblätter waschen und anschließend in ca. 2 cm dünne Streifen schneiden.
Die Zwiebel fein würfeln und in Olivenöl glasig andünsten. Mit Gemüsebrühe und ein wenig Weißwein aufgießen. Sanft köcheln lassen. Schlagobers und Creme fraiche unterrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Eine Minute vor Ende der Kochzeit die geschnittenen Löwenzahnblätter in den Topf zu den Farfalle geben. Abseihen und auf die Teller geben.
Das Farfalle-Löwenzahn-Gemisch mit der Soße anrichten und mit Parmesan bestreuen.

Entweder als Solo-Gericht genießen oder als Beilage zum Beispiel zu gebratenem Hühnerfilet.

Mehr zum Löwenzahn:
Löwenzahn-Honig
Löwenzahnsalat

Sieg der Neugier! – Tomatenplanung 2018

Dieses Jahr wollte ich ganz neue Sorten ausprobieren. Sogar auf meine erprobten Lieblingssorten habe ich verzichtet. Die Neugier hat zugeschlagen!

Tomatenkinder Anfang Mai

So habe ich bei Manfred Hahm-Harmann und Irina Zacharias (siehe Bezugsquellen) viele Sorten bestellt und bis auf ganz wenige bekannte ausschließlich für mich neue Sorten ausgesät:

Arkansas Traveler
Black from Tula
Black Plum
Caroletta
Creole
Deweese Streaked
Fuzzy Wuzzy
German Johnson
Green Sausage
Himbeerrose
Indigo Rose
Jasnaja
Katinka
Laternchen
Lollipop
Lucky Tiger
Malinowski
Ogni Moskvy (Moskauer Lichter)
Omar’s Lebanese
Ping Pong
Reginas Yellow
Rio Grande
Sibirskij Sürpris
Sosuletschka Tschernaja (Schwarzer Eiszapfen, Black Icicle)
Sweet Pea
Tombolino
Tondo Giallo
Tumbling Tom Red
Tumbling Tom Yellow
Venus
Winogradnij (Weintrauben)

Ausgesät habe ich am 9. März, pikiert am 4. April. Seit Mitte April schon dürfen die pikierten Tomatenkinder auch die Nacht auf der Terrasse verbringen. Nur wenige Male, wenn Temperaturen unter 10 Grad angekündigt waren, habe ich sie zum Schlafen ins Haus geholt. Auspflanzen werde ich sie wie fast jedes Jahr erst nach den Eisheiligen.

In den ersten Jahren konnte ich es oft nicht abwarten, die zum Teil schon recht großen Tomaten endlich an Ort und Stelle in die Freiheit zu entlassen. Doch ich habe daraus gelernt: Das Wetter ist meist recht unberechenbar kurz vor Mitte Mai. Die Eisheiligen lassen kaum ein Jahr aus. Ich hatte dann Angst um meine Zöglinge, musste mit provisorischen Abdeckungen ausrücken – Eimern, Töpfen, Vließ. Arbeit! Aufregung! Die kleinen Tomatenpflanzen haben unter den kalten Temperaturen doch oft gelitten und danach einige Wochen in Schockstarre verbracht, anstatt fröhlich weiter zu wachsen.

In diesem Fall lohnt es sich wirklich, geduldig zu sein!

Welche Sorten sind bei euch dieses Jahr am Plan?

Löwenzahnsalat – liebe deinen Feind!

Wie so oft sollte man auch beim Löwenzahn umdenken: Nicht hassen, ausstechen, totspritzen. Liebe deinen Feind! Die klassischen Rasenbesitzer, die regelmäßig auf Löwenzahnjagd gehen, wissen gar nicht, was ihnen entgeht! Rein kulinarisch.

In meinem Gemüsegarten und in manchen Staudenbeeten lasse ich einige Löwenzahnpflanzen absichtlich stehen – im Rasen, der mehr einer Wiese gleicht – darf sowieso wachsen, was will. An der Nordseite des Hauses habe ich eine regelrechte Löwenzahnplantage.

Der Löwenzahn wird eine schöne, kräftige Pflanze, wenn man ihm die Chance dazu gibt und ihn nicht dauernd abmäht.

Löwenzahn, der sich entwickeln konnte – Größenvergleich

Warum also nicht das nutzen, was sowieso wächst? Es ist widersinnig, Löwenzahn zu vernichten, dafür aber leicht bittere Salate wie zB die immer beliebteren Catalogna-Sorten anzubauen. Also Arbeit sparen, Ärger sparen: Löwenzahn essen!

Löwenzahn am Rande eines Gemüsebeetes

In diesem Frühling haben wir schon viel Löwenzahn gegessen. Am liebsten im Erdäpfelsalat, als Beilage zum Beispiel zu Fisch oder, wenn es deftiger sein darf, zu faschierten Laibchen.

Löwenzahn-Salat

Zutaten:
kräftige Löwenzahnblätter
speckige Erdäpfel
Kürbiskernöl
Weißweinessig
Salz

Zubereitung:
Erdäpfel kochen. Währenddessen Löwenzahnblätter pflücken, waschen und in ca. 1 cm breite Streifen schneiden. Wer den bitteren Geschmack in Salaten weniger liebt, kann die geschnittenen Löwenzahnblätter kurz in ein wenig kaltem Wasser liegen lassen. Aber dadurch geht auch viel vom gesundheitlichen Wert verloren. Ist Abwägungs- und Geschmackssache. Bitterstoffe nehmen wir heutzutage sowieso viel zu wenige zu uns.
Die gekochten Erdäpfel blättrig schneiden, auskühlen lassen.
Dann eine Marinade aus Kürbiskernöl, Weißweinessig und Salz zubereiten und über die geschnittenen Erdäpfel geben. Die geschnittenen Löwenzahnblätter untermischen.

Passt ausgezeichnet zu Fisch oder zu gebratenem Fleisch.

Leber und Galle sagen danke!

Mehr zum Löwenzahn:
Löwenzahn-Honig

If you eat, you’re in – Saison zwei

Unsere vier Gemüsehochbeete im Stadtpark von Groß Enzersdorf wurden letztes Jahr nach zögerlichem Beginn doch recht fleißig beerntet. Und auch wenn sich eine lokale Reporterin über die dürren Stängel in den Beeten im Winter aufgeregt hat und so manchen gar nicht gefiel, dass im Park auch Gemüse angepflanzt wird, sind wir im April kurz entschlossen in die zweite Saison mit unserem „Mini-Urban Gardening-Projekt“ gestartet. Wir haben die Beete mit etwas Dünger frühlingsfit gemacht und Pflücksalate und Kohlrabis gepflanzt.

Beim Gießen heute habe ich gesehen, dass es in den Beeten mittlerweile von tollen Sämlingen nur so wimmelt: Pflücksalate, Rucola, Ringelblume, Tagetes und sogar der Hirschhornwegerich haben sich ausgesamt. Praktisch! Das spart Zeit, Geld und Arbeit. Man muss die Natur nur lassen. An zwei Stellen kommen auch ganze Büschel von Tomatensämlingen von heruntergefallenen Tomaten. Die Paradeisersämlinge werden wir beim Bepflanzen nach den Eisheiligen wohl entfernen, sie sind sehr spät dran. Aber von den übrigen Sämlingen kann man vieles stehenlassen und vielleicht mag ja jemand von den Beteiligten ein paar davon mit nach Hause nehmen und am Balkon oder im Garten auspflanzen.

Es ist übrigens ein nettes Projekt. Es macht wenig Arbeit und man kommt fast immer beim Gießen mit Leuten ins Gespräch, die fragen, was das ist, ob sie hier auch ernten oder mitmachen können.

Unser Mini-Projekt zeigt, wie einfach es ist, selber Gemüse anzubauen. Man braucht nicht viel Platz dafür, kann zum Bauen der kleinen Hochbeete sogar auf altes Material zurückgreifen und kreatives Recycling betreiben. So ein Mini-Hochbeet findet auf fast jedem Balkon Platz und wäre auch ein Gewinn für die vielen ungenutzten Rasenflächen zwischen Genossenschaftswohnungen oder für öffentliche Flächen. Zusätzlich zur Ernte lernt man viel über die Natur, lernt genaues Beobachten, und kommt mit Menschen im öffentlichen Raum in Kontakt. Es ergeben sich nette Gespräche und neue Bekanntschaften. Auch das ist der Sinn des Urban Gardening: Rauskommen aus der Anonymität am Wohnort, ein neues Miteinander und aufeinander Zugehen.

Hier geht’s zum ersten Artikel über das Mini-Projekt im Groß Enzersdorfer Stadtpark vom letzten Jahr:
If you eat, you’re in

Bärlauchblütenessig

Die Natur ist gerade recht verschwenderisch mit ihren Gaben. Da der Winter erst im Februar kam, mit richtig tiefen Temperaturen, war alles sehr spät dran. Im April hat die Natur rasant aufgeholt. Wir hatten sogar schon die ersten „Tropennächte“ mit 20 Grad.

Als der Bärlauch endlich beerntbar war, begannen er auch schon Knospen anzusetzen. Nun blüht er und die Zeit der Bärlauchsuppen, Bärlauchspaghetti, Bärlauchknödel etc. ist definitiv vorbei. Er steht in voller Blüte. Deshalb noch schnell ein paar Handvoll Bärlauchblüten geerntet und in gutem Apfelessig angesetzt.

Bärlauchblütenessig

Zutaten:
Bärlauchblüten (Menge nach Geschmack)
Bio-Apfelessig

Zubereitung:
Die Bärlauchblüten pflücken und eventuelle tierische Gäste wie Ameisen abschütteln. Dann in ein Glas geben und mit Apfelessig übergießen. Fest verschließen und zwei bis drei Wochen stehen lassen. Danach den Essig durch ein Sieb gießen, in Flaschen abfüllen und genießen!

Der ganz leichte Knoblauchgeschmack verfeinert die Marinaden der Gartensalate im Sommer!